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Künstliche IntelligenzSoftbank will weltgrößte KI-Plattform aufbauen

Auf der Aktionärsversammlung verrät Softbank-Gründer Masayoshi Son sein Lebensziel: Er will die Epoche der Künstlichen Superintelligenz dominieren. Ein Unternehmen soll ihm dabei helfen.Martin Kölling 27.06.2025 - 14:43 Uhr Artikel anhören
Masayoshi Son: KI als größtes Investment. Foto: Bloomberg

Tokio. Softbank-Gründer Masayoshi Son geht bei Künstlicher Intelligenz (KI) in die Offensive. „Ich möchte der Plattform-Anbieter Nummer eins bei Künstlicher Superintelligenz sein“, sagte Japans bekanntester Tech-Investor am Freitag auf der Aktionärsversammlung von Softbank in Tokio. Die Anleger honorierten seine Offenheit mit einem Kurssprung der Aktie von 2,5 Prozent auf 10.080 Yen.

Dass er sich als finanzieller Starthelfer von KI sieht, war zwar kein Geheimnis. Aber so drastisch hat der weltgrößte Technologieinvestor sein Ziel noch nie formuliert. Die Details seines Plans sind noch vage, nicht aber das Vehikel, mit dem er seinen Traum erfüllen will.

Er setze alles auf OpenAI, den amerikanischen Pionier der neuen generativen KI-Modelle, sagte Son den Anlegern auf der etwas länger als zwei Stunden dauernden Jahreshauptversammlung. Tatsächlich hat sich das Start-up, das mit ChatGPT zu einem der größten KI-Anbieter der Welt geworden ist, in Sons langer Geschichte riskanter Wetten zu seinem größten Einsatz entwickelt.

Son baut einen Bund mit OpenAI auf

Seit Herbst 2024 hat Son eigenen Angaben zufolge bereits 32 Milliarden Dollar an Investitionen in OpenAI vereinbart. Mehr noch: Der 67-Jährige sieht den OpenAI-Chef Sam Altman auch als seinen engsten Kampfgenossen bei der Eroberung der Welt.

Anfang des Jahres stellten die beiden im Beisein von US-Präsident Donald Trump die Initiative Stargate vor. Über diese wollen sie gemeinsam mit Partnern 500 Milliarden Dollar an Investitionen in die amerikanische KI-Infrastruktur mobilisieren. Kurze Zeit später kündigten Son und Altman in Tokio an, in einem Joint Venture von Japan ausgehend unter dem Namen „Cristal” KI-Anwendungen für Unternehmen zu entwickeln.

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Anfang dieser Woche berichtete Bloomberg, dass Son im US-Bundesstaat Arizona nun sogar einen riesigen Hightech-Hub aufbauen will. Dem Bericht zufolge schwebt dem Japaner ein Komplex vor, der eine Billion Dollar an Investitionen anzieht, darunter auch von Chipherstellern wie Taiwans TSMC oder Samsung aus Südkorea.

Son setzt dabei darauf, dass OpenAI ihn noch stärker belohnen wird als seine früheren Beteiligungen. „Ich glaube, dass OpenAI irgendwann an die Börse gehen und das wertvollste Unternehmen der Welt werden wird“, sagte Son. Er hatte für die Aktionäre auch eine Größenordnung für den möglichen Gewinn parat.

Er rechnete vor, dass Künstliche Superintelligenz in zehn Jahren etwa fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen werde. Bei einer Gewinnspanne von 50 Prozent würden sich einige Unternehmen einen Profit von 3,5 Billionen Euro teilen. „Und wir wollen eines dieser Unternehmen sein“, sagte Son.

Softbank-Gründer Son liebt gewagte Wetten

Noch ist diese Zukunft allerdings ein Luftschloss – und sie könnte es für Son auch bleiben. Das Überleben von OpenAI im harten Innovations- und Investitionswettlauf mit Technologieriesen wie Amazon, Meta, Microsoft oder chinesischen Unternehmen um die neue Krone der Schöpfung ist nämlich keineswegs gesichert.

Anleger in Tokio: Softbank hatte am Freitag zur Hauptversammlung geladen. Foto: Bloomberg

Kurzfristig könnte OpenAI durch eine Klage von Tesla-Chef Elon Musk, der ebenfalls KI entwickelt, gebremst werden. Musk will über die Gerichte die Umwandlung seines Rivalen, an dem er zu Anfang selbst beteiligt war, von einer gemeinnützigen Organisation zu einem gewinnorientierten Unternehmen verhindern.

Mittelfristig muss sich zeigen, ob die riesigen Investitionen in KI-Rechenzentren irgendwann auch Gewinne abwerfen. Laut einer Zusammenstellung von Tap Digital Twice schätzen Experten zwar, dass sich die Einnahmen von OpenAI in diesem Jahr mehr als verdreifachen und etwa zwölf Milliarden Dollar erreichen werden. Unter dem Strich wird jedoch ein Verlust von neun Milliarden Dollar erwartet.

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Mit Son hat Altman immerhin einen Partner, der die Zukunft seines Konzerns regelmäßig aufs Spiel setzt. Die jüngste Runde begann vor neun Jahren, als Son den britischen Chipdesigner ARM kaufte. Son erkannte zu Recht, dass ARM zum führenden Anbieter einer Chiparchitektur werden würde, die heute sogar KI-Chips bestimmt.

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Kurz darauf legte er mit staatlichen Investmentfonds der Golfstaaten und Firmen wie Apple den ersten Softbank Vision Fund mit einem Volumen von fast 100 Milliarden Dollar auf, dicht gefolgt von weiteren Fonds. Doch durch Flops wie die Pleite des Bürovermittlers WeWork und Börsencrashs, wie sie während der Coronapandemie auftraten, stürzte Softbank in den vergangenen Jahren mehrmals tief in die Verlustzone.

Derzeit geht es wieder bergauf. Nach drei Jahren mit Reinverlusten verbuchte Softbank für das im März dieses Jahres abgelaufene Geschäftsjahr 2024 wieder einen Gewinn. Seit dem 6. Juni hat die Aktie 37 Prozent an Wert gewonnen – notiert aber noch immer 20 Prozent unter dem jüngsten Höchststand vom Juli vergangenen Jahres.

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