Corona-Studie vom Charité: Sogar milde Covid-Verläufe können Erschöpfungssyndrom auslösen
Post-Covid-Patienten können unter chronischer krankhafter Erschöpfung leiden, die viele Aktivitäten unmöglich macht.
Foto: obsBerlin. Vermutet hatten es Fachleute schon länger, nun ist es bestätigt: Das Coronavirus Sars-Cov-2 reiht sich ein in die Gruppe der Viren, die die gefürchtete Krankheit ME/CFS verursachen können. Das Kürzel steht für Myalgische Enzephalitis/Chronisches Fatigue-Syndrom. Zu dem Ergebnis kam eine Studie, die Forscher der Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin durchgeführt haben.
Die Wissenschaftler verglichen in der Studie Menschen, die an Post Covid leiden, mit ME/CFS-Patienten, die sich zuvor mit anderen Viren infiziert hatten. Bislang wusste man, dass Epstein-Barr-, Dengue- und Enteroviren die chronische Erschöpfung auslösen können. Veröffentlicht wurde die Arbeit im renommierten Fachjournal „Nature Communications“.
ME/CFS ist eine schwer verlaufenden Multisystemerkrankung, bei der Immunsystem, autonomes Nervensystem und der Energiestoffwechsel in den Zellen fehlreguliert werden. Typische Symptome sind eine anhaltende bleierne Müdigkeit, Fatigue genannt, Muskelschmerzen, Kurzatmigkeit, merkliche Konzentrationsprobleme und eine starke körperliche Schwäche. Es ist als hätte man den Betroffenen den Stecker gezogen.
Charité-Studie zu Long Covid: Erschöpfungssyndrom nach milder Corona-Infektion
ME/CFS reißt gesunde aktive Menschen aus ihrem bisherigen Leben und macht sie zu nur noch sehr begrenzt arbeitsfähigen oder sogar bettlägerigen Kranken. Charakteristisch ist die sogenannte Belastungsintoleranz: Schon bei geringer körperlicher und geistiger Belastung verstärken sich die Beschwerden. Die Verschlechterung kann mitunter erst am nächsten Tag auftreten und Tage oder Wochen anhalten.