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Impfstoffe Studie weist hohe Wirksamkeit von Kombination aus Astra-Zeneca und Biontech nach

Erstmals haben spanische Forscher bewiesen, dass eine Kombination aus Astra-Zeneca-Dosen und mRNA-Impfstoffen sehr wirksam ist. Fragen und Antworten zu Kombinationsimpfungen.
18.05.2021 Update: 19.05.2021 - 14:32 Uhr 1 Kommentar
Wer zuerst eine Astra-Zeneca-Dosis und später eine Biontech-Dosis bekommt, ist deutlich besser gegen das Coronavirus geschützt als mit zwei Astra-Zeneca-Impfungen. Quelle: dpa
Corona-Impfung

Wer zuerst eine Astra-Zeneca-Dosis und später eine Biontech-Dosis bekommt, ist deutlich besser gegen das Coronavirus geschützt als mit zwei Astra-Zeneca-Impfungen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die erste Covid-19-Impfung mit Astra-Zeneca, die zweite mit Biontech – seit in Deutschland von der Ständigen Impfkommission wegen eines erhöhten Thromboserisikos nach einer Astra-Zeneca-Impfung für Menschen unter 60 Jahren eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen wird, steht die Frage nach der Wirksamkeit solcher Kombinationsimpfungen im Raum.

Jetzt gibt es erste Studiendaten aus Spanien, die zeigen, dass eine solche sogenannte heterologe Impfung sehr wirksam sein kann. Aber, so zeigt eine andere Studie aus Großbritannien: Impfnebenwirkungen könnten bei Kombinationsimpfungen häufiger auftreten, sind dann aber immer noch vergleichsweise gering.

Auf die folgenden Fragen gibt es mittlerweile Antworten:

Braucht man überhaupt eine zweite Impfung mit einem anderen Vakzin, wenn man schon einmal mit Astra-Zeneca geimpft wurde?

Die vorläufigen Ergebnisse aus der spanischen Studie deuten klar darauf hin, dass es für einen besseren Impfschutz sehr sinnvoll ist, sich nach einer ersten Astra-Zeneca-Impfung noch ein zweites Mal gegen Covid-19 impfen zu lassen und es nicht bei der einmaligen Impfung zu belassen.

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    Für Biontech als zweite Dosis zeigen die Daten aus der spanischen CombiVacs-Studie bei den Geimpften ein 30 bis 40 Mal höheres Antikörperniveau als bei der Kontrollgruppe, die nur eine Dosis erhielt.

    Wie die spanische Zeitung El País berichtet, hatte das Instituto de Salud Carlos III insgesamt 672 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 18 bis 59 Jahren in die Studie aufgenommen, die bereits einmal mit dem Astra-Zeneca-Präparat Vaxzevria geimpft waren. Von ihnen erhielten 442 Personen als zweite Dosis den Biontech-Impfstoff, der Rest erhielt im Untersuchungszeitraum keine zweite Impfung und diente als Kontrollgruppe.

    Wie gut wirkt die Kombi-Impfung aus Astra-Zeneca und Biontech?

    Die Ergebnisse der spanischen Studie zeigen, dass die Kombination des Astra-Zeneca-Impfstoffs Vaxzevria mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty als zweiter Dosis einen effektiven Schutz bietet, der möglicherweise sogar höher sein könnte, als wenn man zweimal mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff geimpft wird. Gemessen wurde das an der Menge der neutralisierenden Antikörper, die nach der Comirnaty-Gabe auf das Siebenfache anstieg.

    Wird zweimal der Astra-Zeneca-Impfstoff verwendet, steigt die Zahl der neutralisierenden Antikörper nur um den Faktor drei, wie Daten aus den Zulassungsstudien zeigen. Allerdings sind die Daten aus unterschiedlichen Studiensettings, die daher nicht unmittelbar miteinander verglichen werden können. Das spanische Institut selbst hat nicht direkt die zweimalige Gabe von Astra-Zeneca im Vergleich mit der Kombination Astra-Zeneca/Biontech untersucht.

    Welchen Vorteil haben Kombinationsimpfungen?

    Mit Kombinationsimpfungen wird die Hoffnung verbunden, dass die Gabe von unterschiedlichen Impfstoffen einen höheren Schutz bietet, weil eine bessere und breitere Immunantwort erreicht wird. Diese Immunantwort wird nicht nur durch virusneutralisierende Antikörper erreicht, sondern auch durch sogenannte T-Helfer-Zellen, die die Antikörperproduktion steigern, sowie bestimmte andere T-Zellen, die infizierte Zellen abtöten.

    Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna erzeugen vor allem eine starke virusneutralisierende Antikörperantwort, Vektorimpfstoffe wie der von Astra-Zeneca aktivieren dagegen stärker T-Zellen.

    Die Studie aus Spanien gibt allerdings keinen Aufschluss darüber, ob eine der beiden Kombinationen einen absolut besseren Impfschutz gibt. Denn das Team untersuchte bisher nur die Antikörperreaktion, über die Aktivierung von T-Zellen gibt es bisher keine Daten. Zu beachten ist auch, dass es sich bei den spanischen Studiendaten um vorläufige Daten handelt, die weiter überprüft werden müssen.

    Welche Nebenwirkungen treten bei Kombinationsimpfungen auf?

    In der vergangenen Woche hatte die Universität Oxford erste Studienergebnisse veröffentlicht, wonach Menschen, die zwei unterschiedliche Covid-19-Impfstoffe erhalten, häufiger über leichte oder mittelschwere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schüttelfrost berichten, als wenn ihnen zwei Dosen desselben Mittels verabreicht wurden.

    Bei der britischen Com-Cov-Studie, die in der Fachzeitung „The Lancet" veröffentlicht wurde, hatten 463 Teilnehmer der insgesamt 830 Probanden freiwillig im Abstand von 28 Tagen eine heterologe Impfserie erhalten. In der Gruppe der Probanden, die zuerst Vaxzevria und dann den mRNA-Impfstoff Comirnaty erhalten hatten, berichteten 34 Prozent der 110 Probanden von Fieber, wohingegen in der Gruppe, die zweimal das Astra-Zeneca-Vakzin bekommen hatte, nur zehn Prozent diese Nebenwirkung angaben.

    Auch bei der Gruppe, die zuerst das Biontech-Vakzin und dann den Vektor-Impfstoff von Astra-Zeneca erhalten hatte, wurde Ähnliches beobachtet: Von den 114 Probanden berichteten 41 Prozent von Fieber im Vergleich zu 21 Prozent bei der zweimaligen Biontech-Impfung. Allerdings betonen die Wissenschaftler, dass es keinen Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe. Die gemeldeten Impfreaktionen gelten als leicht bis moderat.

    Daten zur Immunreaktion erwarten die Wissenschaftler in den kommenden Monaten. Die Studie der Universität Oxford wurde zudem um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit Astra-Zeneca oder Biontech/Pfizer erweitert – die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

    Mehr: Sanofi meldet hohe Wirksamkeit in Impfstoff-Studie.

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    1 Kommentar zu "Impfstoffe: Studie weist hohe Wirksamkeit von Kombination aus Astra-Zeneca und Biontech nach"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Gute Idee. Man weist eine besonders hohe Wirksamkeit im Mix nach und schon kann man den Impfstoff mit unklaren Nebenwirkungen unters Volks bringen, wo er ansonsten wie Blei im Regal liegen blieben.

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