Ausschreibung: AOK vergibt Auftrag für elektronische Patientenakte neu
Der Bundesverband bezieht sich auf einen Strategiewechsel.
Foto: dpaBerlin. Der AOK-Bundesverband trennt sich von den IT-Firmen, die bisher die elektronische Patientenakte (ePA) für alle elf Allgemeinen Ortskrankenkassen betrieben haben. „Wir entwickeln aufgrund eines Strategiewechsels seit Ende 2021 keine Mehrwertangebote zu unserer bestehenden elektronischen Patientenakte mehr“, sagte der Programmleiter der AOK-ePA „AOK Mein Leben“, Kornell Adolph, Handelsblatt Inside. Dies betreffe alle beteiligten Dienstleister.
„Wir befinden uns in einem laufenden Ausschreibungsverfahren“, sagte Adolph weiter. „Im Juli 2023 wollen wir eine erkennbar weiterentwickelte ePA an den Start bringen.“ Die Ausschreibung stoße auf großes Interesse.
Die Firmen ITSG, x-tention und Ernst & Young hatten 2018 den Zuschlag für die Entwicklung einer ePA erhalten, die ausschließlich den AOK zur Verfügung steht. „Wir wollen nun ein Angebot, das mehr als die gesetzlich vorgegebenen Funktionen der ePA bietet“, sagte Adolph weiter. „Es soll auch alltagsrelevante Mehrwerte wie Impferinnerungen umfassen.“ Die AOK brauche eine ePA für 27 Millionen Versicherte und nicht nur für einen interessierten Kreis.
Stiftung Warentest untersuchte drei ePA
In Deutschland gibt es zwei Betreiber, die elektronische Patientenakten für unterschiedliche gesetzliche Krankenkassen anbieten: das Konsortium Bitmarck und RISE sowie IBM. Stiftung Warentest hatte am Dienstag einen Test veröffentlicht, bei dem die ePA der Anbieter Bitmarck/RISE, IBM als auch die AOK-Lösung von ITSG/x-tention untersucht wurden.