Benedikt Luber: „Diese unsichtbare Infrastruktur ist der ‚Hidden Champion‘“
München. Benedikt Luber wurde 2019 nach Stationen bei verschiedenen Start-ups Marketingchef beim Münchener Telemedizinanbieter Teleclinic. Mittlerweile leitet er das Unternehmen mit Julian Simon als Co-Geschäftsführer.
Herr Luber, welches digitale Gesundheitstool nutzen Sie am häufigsten?
Das ist seit vielen Jahren meine Sportuhr. Ich nutze sie zum Beispiel, um Schlaf, Erholung oder Herzfrequenzvariabilität zu messen. Trotz all dieser Messwerte bin ich aber jemand, der versucht, zuerst auf das eigene Körpergefühl zu hören. Wenn ich morgens aufstehe, möchte ich erst einmal selbst feststellen, ob ich gut geschlafen habe, anstatt es auf meiner Uhr abzulesen.
Welcher Digital-Health-Trend wird unterschätzt?
Der größte und relevanteste Trend ist aus meiner Sicht die Interoperabilität. Diese unsichtbare Infrastruktur ist der „Hidden Champion“. Nur dadurch schaffen wir es, dass Informationen und Daten dort zur Verfügung stehen, wo sie gebraucht werden. Ein Beispiel: Ein Patient oder eine Patientin hat Beschwerden und holt sich dazu eine Ersteinschätzung von einer KI. Anschließend hat die Person eine Videosprechstunde bei einem Arzt. Dieser Arzt sollte im besten Fall Zugriff auf die KI-gestützte Ersteinschätzung haben. Dann benötigt er auch noch Zugriff auf die Historie der oder des Patienten. Ergibt sich aus der Videosprechstunde eine stationäre Behandlung, müssen die Informationen auch der Klinik zur Verfügung stehen. Wenn all das möglich ist, kann man eine gute Behandlung ermöglichen. Dafür braucht es Interoperabilität.