Digitale Therapie: Investoren setzen auf spezialisierte Behandlung
Geschäftsmodelle, die eine bestimmte Patientengruppe adressieren, sind für Risikokapitalgeber attraktiv.
Foto: imago images/Alexander LimbachDer Weg des Patienten bei seiner Genesung ist seit hundert Jahren unverändert. Erst besucht er den Hausarzt, der ihn bei einer ernsten Erkrankung an den Facharzt verweist. Ist eine Operation notwendig, empfiehlt der Facharzt ein Klinikum. Die Medikamente wiederum kommen von einem vierten Anbieter – den Apotheken.
Diesen komplizierten Patientenweg gilt es, zu vereinfachen, sagt Christian Weiß. Er ist Geschäftsführer von Heal Capital, dem Digital-Health-Fonds der Privaten Krankenversicherungen mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro. Auf einer Webkonferenz am 27. Mai hat Weiß Unternehmertypen skizziert, die er für förderwürdig hält: VIMPRO – Vertically Integrated Micro-Providers, übersetzt: vertikal integrierte Mikro-Anbieter.
Im Kern geht es darum, dass Patienten mit einer bestimmten Erkrankung nicht von verschiedenen Fachärzten behandelt werden, sondern eine telemedizinische Versorgung von einem unternehmenseigenen Spezialistenteam erhalten. Dieser Geschäftsansatz, bei dem sich ein Ärzteteam nur auf ein Anliegen konzentriert, wird als vertikal bezeichnet. Anbieter einer Videosprechstunde, wie etwa die Teleclinic, verfolgen hingegen einen horizontalen Versorgungsansatz, denn das Unternehmen behandelt Menschen mit unterschiedlichen Krankheiten.