Friedrich von Bohlen: Datenprojekt zu Covid-Langzeitfolgen startet
Der Mitgründer und Geschäftsführer von Molecular Health startet ein Pilotprojekt an der Uniklinik Essen.
Foto: Frank Beer für HandelsblattDüsseldorf. Das Coronavirus geht wohl an kaum jemandem spurlos vorbei. Studien zeigen, dass selbst solche, die die Covid-19-Infektion überstehen, danach oft nicht wieder ganz gesund sind. Muskelschmerzen und Müdigkeit seien die häufigsten Langzeitfolgen, schreiben Forscher einer Kohorten-Studie im Fachmagazin Lancet.
Um die Therapie dieser Langzeitfolgen zu verbessern, startet das Biotech-Unternehmen Molecular Health aus Heidelberg in Kooperation mit der Uniklinik Essen ein Pilotprojekt. Eingesetzt wird ein System auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI), das auswertet, was in den Zellen passiert, wenn Patienten ein bestimmtes Symptom vorweisen.
Das neue an dem Modell ist der wissenschaftlich Ansatz, dem es folgt. „Wir generieren Wissen aus Wissen, wir beobachten nicht“, sagt Friedrich von Bohlen, Mitgründer und Geschäftsführer von Molecular Health, im Gespräch mit Handelsblatt Inside. Das Bundesgesundheitsministerium habe sich laut von Bohlen schon dafür ausgesprochen, das Pilotprojekt künftig zu unterstützen.
Das webbasierte Modell wurde gemeinsam mit Forschern der Universität Zürich entwickelt. Die Daten, mit denen das KI-System trainiert wurde, stammen aus wissenschaftlichen Publikationen oder Datenbanken. Insgesamt hat das Unternehmen über zwölf Jahre seinen Daten-Fundus zusammengetragen. „Das Besondere in unseren Datenmodellen ist nicht die schiere Menge der zugrunde liegenden Daten. Es ist deren Qualität und Kompatibilität, in die wir die meiste Zeit und Energie investiert haben“, erklärt von Bohlen.