Gesundheitsapps: Erste Pharmaunternehmen bringen ADHS-Apps auf den Markt
München. Psychische Erkrankungen dominieren das Geschäft mit Gesundheitsapps. Im Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (Diga) adressieren 28 von 57 Apps eine psychiatrische Diagnose wie Depressionen oder Angststörungen. Das Verzeichnis wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt. Die Kosten der digitalen Therapie übernehmen die Krankenkassen.
In den vergangenen Wochen wurden zwei neue Anwendungen in das Verzeichnis aufgenommen. Mit zwei Besonderheiten: Erstens sind es die ersten Diga für Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS. Zweitens wurden sie nicht allein von Start-ups, sondern von Pharmaunternehmen entwickelt.
Takeda und Medice stellen Apps für ADHS-Betroffene vor
Mit Oriko bringen das japanische Pharmaunternehmen Takeda und das Hamburger Start-up Mindnet Solutions erstmals eine digitale Therapie für Erwachsene mit ADHS auf den Markt. Takeda stellt gleichzeitig mehrere Medikamente gegen ADHS her.
Das Iserlohner Pharmaunternehmen Medice bietet wiederum mit Hitoco ein digitales Training für Eltern mit betroffenen Kindern. Medice kündigt zudem an, dass es in den nächsten Jahren zwei Diga für Erwachsene und drei Diga für Kinder und Jugendliche mit ADHS anbieten möchte. Auch Medice hat bereits mehrere ADHS-Medikamente in seinem Angebot.