Krebsforschung: Promise-Initiative ausgezeichnet
Berlin. Der diesjährige Preis der Deutschen Hochschulmedizin geht an die internationale Forschungsinitiative „Promise“; der Name steht für „Prostate Cancer Molecular Imaging Standardized Evaluation“. Das haben der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) und der Medizinische Fakultätentag (MFT) mitgeteilt.
Das Gewinnerteam unter Leitung der Universitätsmedizin Essen entwickelte eine Methode zur präziseren Risikoeinschätzung bei Prostatakrebs mittels PSMA-PET, einem modernen Bildgebungsverfahren, das Prostatakrebszellen sehr genau aufspüren kann. Es erlaubt, das Tumorstadium sehr genau darzustellen, und hilft, Therapien individuell abzustimmen.
Für seine Studie wertete das Promise-Team Bilddaten von mehr als 15.000 Patienten aus mehr als 50 Zentren aus. Auf dieser Basis entwickelten das Team das Promise-Schema – einen international anerkannten Standard zur Bewertung von PSMA-PET-Bildern.
Aus den Daten können sogenannte Nomogramme abgeleitet werden – präzise Vorhersagemodelle für das individuelle Risiko eines Patienten. Die Ergebnisse werden zudem so aufbereitet, dass sie sowohl für Ärztinnen und Ärzte als auch für Patienten verständlich und zur gemeinsamen Therapieentscheidung nutzbar sind.
Die Ergebnisse wurden unter anderem im Fachblatt „The Lancet Oncology“ veröffentlicht und bereits in die deutsche S3-Leitlinie aufgenommen. Die Jury würdigte die wissenschaftliche Exzellenz und die schnelle Übertragung in die klinische Praxis als beispielhaft für den Nutzen universitärer Forschung.