Künstliche Intelligenz: „Wenn jeder beliebige KI-Modelle nutzt, verlieren wir die Kontrolle“
Berlin. Heinz Lemke ist international anerkannt als Experte für digitale Technologien in der Medizin. Seit mehr als 50 Jahren beschäftigt sich der Mathematiker und Informatiker mit der Frage: Wie können Computer uns Menschen helfen, bessere medizinische Entscheidungen zu treffen?
Dabei geht es um sogenannte modellgestützte Medizin: digitale Abbilder von Organen, Abläufen oder Krankheitsverläufen, die Ärztinnen und Ärzten bei Diagnose und Therapie unterstützen. Mit dem von ihm initiierten „Model Identity Certificate“ (MIC) will Lemke nun einen Qualitätsstandard für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin schaffen. So sollen die Systeme transparenter, verlässlicher und sicherer werden.
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Professor Lemke, Sie haben vor Kurzem ein Konzept für ein „Model Identity Certificate“ vorgestellt, eine Art Pass für KI-gestützte Anwendungen in der Medizin. Was genau verstehen Sie darunter?
Das Model Identity Certificate ist ein wissenschaftlich fundierter Qualitätsnachweis für KI-Modelle in der Medizin. Es basiert auf drei zentralen Kriterien: Relevance, also ob das Modell wirklich zur klinischen Fragestellung passt. Truthfulness, wie nah es an der medizinischen Wahrheit liegt – etwa im Vergleich zu Leitlinien oder anerkannten Studien. Und Transparency, also ob das Modell nachvollziehbar und erklärbar ist.