Pflege: Smarte Technik soll Stürze verhindern
Berlin. Das Gerät sieht aus wie ein Rauchmelder an der Decke – doch darin steckt eine 3D-Radartechnologie. Der Sensor von Qumea erkennt Bewegungen von Patienten, von Minimalbewegungen durch Herzschlag oder Atmung bis hin zum Spaziergang durchs Klinikzimmer. Deutet sich ein Aufstehen des Patienten an, kann die zuständige Pflegekraft einen Warnhinweis aufs Smartphone erhalten. Das Ziel: folgenschwere Stürze verhindern.
Es handelt sich um eine neue Technologie für ein altbekanntes Problem: „Die Sturzprävention ist in Kliniken und Pflegeeinrichtungen ein ganz wichtiges Thema“, sagt Andreas Riepl, Pflegedienstleiter am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg. Ein Sturz verursache oft lang anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Klinik hat die Lösung des Schweizer Start-ups Qumea als erste Klinik in Deutschland eingesetzt.
Eine typische Verletzung ist der Oberschenkelhalsbruch. Als besonders sturzgefährdet gelten Patienten im hohen Alter sowie kognitiv eingeschränkte Patienten, die nicht selbstständig Hilfe herbeirufen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente erhöht das Risiko.
Wolke aus Bewegungspunkten
„Die meisten Stürze passieren im Patientenzimmer – weil hier natürlich nicht rund um die Uhr eine Pflegekraft anwesend sein kann“, sagt Riepl. Zwar ist es möglich, Sturzmatten mit integrierten Sensoren auszulegen – diese lösen aber oft erst aus, wenn der Sturz bereits geschehen ist. Zudem können sie von Patienten umgangen oder verschoben werden.