Psychotherapie: „Ich trete bei KI lieber auf die Bremse“
München. Bei einer Panikattacke können eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut helfen. In der heutigen Zeit könnten sich Patientinnen und Patienten auch Rat bei einem Chatbot holen. Aber wer navigiert besser durch die Attacke: Chatbot oder Therapeut? Und benötigen Menschen mit einer Angststörung überhaupt Unterstützung in Echtzeit während einer Panikattacke?
Deutsche Start-ups wie Clare&Me und Aury bieten Menschen mit psychischen Problemen jederzeit verfügbare Therapie-Chatbots an. Die Unternehmen nennen sie „AI Therapists“, also KI-Therapeuten. Sie nutzen eine Künstliche Intelligenz (KI), die mit Daten von Psychologen-Teams trainiert werden.
Doch manche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten misstrauen solchen Bots. Sie sehen zu viele Risiken für Patientinnen und Patienten. Der Psychoanalytiker Nils Töpfer zum Beispiel hält es für „falsch“, von KI-Psychotherapie zu sprechen.
Töpfer lehrt seit 2023 an der privaten Medical School Hamburg. Er forscht insbesondere über Psychotherapie im Alter. Den Einsatz von KI-Chatbots in der Psychotherapie betrachtet er für alle Altersgruppen kritisch. Er sagt, es gehe schlicht zu viel verloren, wenn man mit einer KI spreche anstatt mit einem Therapeuten.