Redcare Pharmacy: Theresa Holler: „Wir haben gelernt, groß zu denken“
Chief Operating Officer bei Redcare Pharmacy.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Der niederländische Medikamentenversender Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke Europe) hat sich seit seinen Anfängen vor 22 Jahren zur führenden Online-Apotheke in Europa entwickelt. Vor einem Jahrzehnt gehörte ein wichtiger Unternehmensteil, das Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten, vier Jahre lang zum US-Apothekenkonzern Medco. Ohne diese Erfahrung wäre Redcare heute vermutlich nicht da, wo es ist, meint die 50-jährige Theresa Holler, Chief Operating Officer und Mitgesellschafterin, im Gespräch mit Handelsblatt Inside. Dennoch sei es ihre schönste Entscheidung gewesen, das Unternehmen wieder von Medco zurückzukaufen.
Frau Holler, Redcare Pharmacy legt gerade ein ziemliches Wachstumstempo vor. Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten um 34 Prozent auf 793 Millionen Euro gewachsen. Sie sind als Mitgesellschafterin und Chefin für das Operative Geschäft seit 2002 dabei. Hatten Sie sich eine solche Entwicklung jemals vorgestellt?
Theresa Holler: In den ersten Jahren auf jeden Fall nicht. Ich bin ja damals bei der Europa Apotheek eingestiegen, sozusagen die eine Wurzel unseres heutigen Unternehmens, die einen Fokus auf das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten legt. Das Unternehmen war mit Geldern von den Gründern und Gesellschaftern aufgebaut worden und über die Jahre betrachtet hat uns die Finanzierung des Wachstums schon sehr gefordert. Als dann 2008 der US-Apothekenkonzern Medco mit einem Übernahmevorschlag auf uns zukam, haben wir uns gefragt, ob wir nicht besser das europäische Geschäft für Medco aufbauen können. Medco wollte im europäische Markt Fuß fassen und wir hatten einen kapitalkräftigen Konzern hinter uns. Da haben wir verkauft.