Tiktok: Was Tiktok zum Thema #mentalhealthtips zu bieten hat
Berlin. Mit etwa 755 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern zählt Tiktok zu den weltweit beliebtesten Social-Media-Plattformen, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie finden dort Infos zu Tanztrends, Fitness-Tipps und Shopping-Hacks sowie vielfältige Inhalte rund um das Thema psychische Gesundheit.
Die Gefahr, dass die Informationen fehlerhaft sind, ist groß: Eine Analyse der britischen Tageszeitung „The Guardian“ zeigt, dass 52 der 100 beliebtesten Mental-Health-Videos auf Tiktok falsche oder irreführende Aussagen enthalten. Viele weitere Beiträge seien zwar nicht direkt falsch, aber vage oder wenig hilfreich.
Grundlage der Untersuchung waren die meistgesehenen Beiträge mit dem Hashtag #mentalhealthtips, die ein Expertenteam aus Psychologinnen und Psychiatern bewerteten. Besonders achteten sie auf Themen wie Trauma, Angststörungen, Depressionen, Neurodivergenz und schwere psychische Erkrankungen.
Eine Analyse des US-Telemedizinanbieters PlushCare kam Anfang dieses Jahres zu ähnlichen Ergebnissen: Von 500 untersuchten Tiktoks waren 418 (84 Prozent) irreführend, 71 (14 Prozent) sogar potenziell schädlich. Besonders auffällig war, dass alle Videos zu ADHS Fehlinformationen enthielten, ebenso 94 Prozent der Beiträge zu bipolaren Störungen und 90 Prozent zu Depressionen. Nur neun Prozent der Ratschläge stammten von Personen mit medizinischer Qualifikation.