Versorgung: Demenzregister Bayern enthält bereits über 3000 Datensätze
Berlin. Das Digitale Demenzregister Bayern (Digi-Dem) vermeldet einen neuen Rekord: Mittlerweile beinhaltet es mehr als 3000 Datensätze. Nach eigenen Angaben ist es damit das größte Demenzregister Deutschlands und zählt europaweit zu den umfangreichsten Vorhaben zur Erfassung von Langzeitdaten in der Versorgungsforschung. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Das Register erfasst Daten von Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen, Demenz sowie deren pflegenden Angehörigen. „Das Register ist ein Wissensspeicher von unschätzbarem Wert“, sagt Projektleiter Peter Kolominsky-Rabas. Ziel sei es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern – unterstützt durch digitale Anwendungen und KI-gestützte Analysen.
Digi-Dem liefert bereits belastbare Erkenntnisse. So zeigen die Daten deutliche Unterschiede in der Diagnostik zwischen Stadt und Land. Während in urbanen Regionen häufiger spezifische Demenzformen erkannt werden, dominiert in ländlichen Gebieten die unspezifische Diagnose „nicht näher bezeichnete Demenz“.
Aus dem Register sind digitale Angebote hervorgegangen, darunter ein Fragebogen zur Einschätzung des Unterstützungsbedarfs. Daneben setzt es auf das Monitoring neuer Alzheimer-Medikamente. Auch die Früherkennung wird gestärkt – etwa durch Demenz-Screeningtage in bayerischen Gesundheitsregionen.