Medizin: Kurpaket für 9200 bis 62.000 Euro: Wie mit Long-Covid-Therapien das große Geld verdient wird
Die Symptome von Long Covid sind vielfältig, um die 200 sind beschrieben.
Foto: E+/Getty ImagesBerlin. Dann, nach Monaten passierte es. „Nach kaum 30 Metern ging gar nichts mehr“, erinnert sich Bernd Ulbrich. Er spürte Schmerzen in den Beinen. Noch einmal vier Wochen später stellten sich Atemprobleme ein. Das war der Zeitpunkt, an dem er seine Hausärztin aufsuchte. Die war einigermaßen hilflos, „wurstelte rum“ wie er sagt, versuchte alles Mögliche, nichts half. Sie schickte ihn zum Orthopäden, ein Kardiologe wurde hinzugezogen.
Ulbrich – er lebt im Berliner Ortsteil Schmöckwitz, ist von Beruf Schriftsteller – ging zum Schmerztherapeuten, versuchte es mit der Axomeratherapie, bei der Nadeln unter Strom gesetzt werden, für die Kosten kam er auf, ebenso für die Blutanalyse bei einem Immunologen. Bei einem guten Dutzend Fachärzten hat er vorgesprochen, den Hausarzt gewechselt. Bis er die Diagnose bekam, er hätte mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit Long Covid, dauerte es Monate.
Bernd Ulbrich tat, was viele Patienten in seiner Lage tun: Sie suchen sich selbst Hilfe – und wenden viel Geld dafür auf. Ulbrich schätzt, dass es in seinem Fall bisher 4000 Euro waren, eingeschlossen die Kosten für ein Sauerstoffgerät, mit dem er und seine Frau, die auch betroffen ist, ihre Atemluft anreichern.