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Medizinalhanf Mega-Deal in der Cannabisbranche: Tilray und Aphria fusionieren zu neuem Marktführer

Aphria und Tilray schließen sich zusammen. Die beiden kanadischen Firmen gehören schon jetzt zu den größten Anbietern für medizinisches Cannabis.
16.12.2020 - 17:01 Uhr Kommentieren
Zusammen kommen die beiden Hersteller auf einen Umsatz von 685 Millionen Dollar. Quelle: Reuters
Gewächshaus von Tilray in Portugal

Zusammen kommen die beiden Hersteller auf einen Umsatz von 685 Millionen Dollar.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die beiden börsennotierten kanadischen Cannabisproduzenten Aphria und Tilray haben am Mittwoch ihren Zusammenschluss angekündigt. In einem reinen Aktiendeal wollen beide Firmen zum kanadischen Marktführer fusionieren, der laut Bloomberg auf einen Börsenwert von rund 4,8 Milliarden kanadischen Dollar kommt, umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro.

Beide Unternehmen kommen zusammen auf einen Umsatz von rund 874 Millionen kanadischen Dollar und lassen damit andere Marktgrößen wie etwa Canopy Growth mit zuletzt rund 440 Millionen Dollar Jahresumsatz weit hinter sich.

Aphria-CEO Irwin Simon begründet den Zusammenschluss damit, dass das Unternehmen außerhalb Kanadas weiter expandieren müsse und Tilray mit seinen internationalen Aktivitäten die richtige Antwort darauf sei. Tilray ist in Lateinamerika, Australien, Neuseeland und auch Europa aktiv und betreibt unter anderem den Anbau von Cannabis in Portugal.

Beide Unternehmen sind auch in Deutschland vertreten. Der Markt ist für die kanadischen Firmen interessant geworden, seit im Frühjahr 2017 Cannabis für den therapeutischen Einsatz in bestimmten Fällen erlaubt ist. Tilray bietet auf dem deutschen Markt unter anderem Cannabis-Extrakte für die Behandlung von Patienten an.

Aphria hat einen Teil der Ausschreibung für den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland gewonnen. Für den Anbau der Pflanzen wurde in Neumünster eine eigene Anlage gebaut. Die ersten Blüten sollen Ende des ersten Quartals geliefert werden.

Aphria ist der stärkere Partner in der Transaktion, die eine sogenannte „reversed acquisition“ von Tilray ist. Aphria zahlt einen Aufschlag von 23 Prozent auf den Aktienkurs von Tilray vom 15. Dezember. Die Aphria-Aktionäre werden künftig rund 62 Prozent der Aktien von Tilray halten. Die Titel der neuen Firma sollen unter dem Börsenkürzel Tilray an der Nasdaq gehandelt werden.

Aphria-Chef Simon soll der CEO der neuen Firma werden, Tilray-Chef Brendan Kennedy in das Aufsichtsgremium ziehen. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal kommenden Jahres geplant. Die Aktionäre von Tilray müssen der Transaktion aber noch zustimmen.

Einsparungen durch Zusammenschluss

Der Zusammenschluss der beiden Cannabisfirmen ist aber nicht durch Wachstumspläne getrieben, sondern auch eine Reaktion auf die Konsolidierungstendenzen in der Branche. Nach Goldgräberstimmung und Höhenflügen an der Börse haben die Unternehmen seit 2018 deutlich an Wert verloren.

Zwar wachsen die Umsätze, aber eben auch die Verluste: Aphria hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 543 Millionen kanadischen Dollar einen Nettoverlust von 84,6 Millionen eingefahren. Tilray meldet für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres bei einem Umsatz von 154 Millionen kanadischen Dollar einen Verlust von 268 Millionen.

So wollen die Firmen durch den Zusammenschluss auch Einsparungen erreichen. Die Kosten sollen innerhalb von 24 Monaten um rund 100 Millionen kanadische Dollar pro Jahr gesenkt werden.
Neben dem medizinischen Bereich wollen die Firmen auch mit anderen Produkten mit Cannabis-Inhaltsstoffen wie CBD expandieren – etwa mit Getränken und Kosmetik.

Mehr: Rapper Will.i.am und Mario Götze steigen bei Cannabis-Start-up ein

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