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Siemens-Tochter Healthineers-Kapitalerhöhung belastet Aktienkurs

Die Siemens-Tochter hat sich über Nacht 2,7 Milliarden Euro frisches Kapital beschafft. Eine weitere Kapitalerhöhung könnte im nächsten Jahr folgen.
02.09.2020 Update: 03.09.2020 - 10:57 Uhr Kommentieren
Die Medizintechnik-Tochter will die Übernahme von Varian mit einer Kapitalerhöhung stemmen. Quelle: REUTERS
Siemens Healthineers

Die Medizintechnik-Tochter will die Übernahme von Varian mit einer Kapitalerhöhung stemmen.

(Foto: REUTERS)

München Die Aktie des Medizintechnik-Spezialisten Healthineers ist nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung unter Druck geraten. Der Kurs sank am Donnerstag nach Börseneröffnung um zwischenzeitlich fünf Prozent auf gut 36 Euro. Die Aktie konnte sich zwar dann leicht erholen, blieb aber schwächster Wert im MDax. In der Nacht hatte sich das Unternehmen in einem beschleunigten Verfahren 2,7 Milliarden Euro frisches Kapital besorgt.

Healthineers will mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung den Kauf des US-Krebstherapie-Spezialisten Varian zumindest teilweise finanzieren. Die Siemens-Tochter hatte die Akquisition Anfang August verkündet. Mit einem Preis von 16,4 Milliarden Dollar ist es mit Abstand die größte Akquisition, die Siemens je getätigt hat. Seit der Verkündung der Übernahme war der Healthineers-Aktienkurs bereits unter 40 Euro gefallen.

Die kostspielige Übernahme wurde zunächst mit Krediten finanziert. Healthineers hatte aber angekündigt, bis zu 50 Prozent des Kaufpreises mit Eigenkapital zu finanzieren. Damit ist eine weitere Kapitalerhöhung nach Einschätzung in Industriekreisen wahrscheinlich. Im nächsten halben Jahr ist das Unternehmen hier aber aufgrund einer Lock-up-Verpflichtung gesperrt, zudem muss die Hauptversammlung im März zunächst die Autorisierung für weitere Kapitalerhöhungen geben.

Varian ist in der Strahlentherapie bei Krebs und der dazugehörigen Software aktiv. Das Unternehmen kam zuletzt auf etwa 3,2 Milliarden Dollar Umsatz und eine bereinigte operative Marge von 17 Prozent. Das durchschnittliche Umsatzwachstum in den vergangenen drei Jahren lag bei elf Prozent – und damit höher als bei Healthineers. Varian beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter und hat seinen Firmensitz in Kalifornien.

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    Mit der Kapitalerhöhung, die beim Kauf angekündigt worden war, steigen die Chancen von Healthineers, in den Dax aufgenommen zu werden. Denn mit einer Marktkapitalisierung von knapp 40 Milliarden Euro gehörte das Unternehmen schon bislang zu den wertvollsten deutschen Unternehmen.

    Haupthindernis für eine Aufnahme in die oberste deutsche Börsenliga war der geringe Streubesitz. Durch die Kapitalerhöhung sinkt die Beteiligung von Siemens nun aber von 85 auf 79 Prozent. In Industriekreisen hieß es, für einen „Fast Entry“, also eine schnelle Aufnahme in den Dax noch in diesem Herbst, werde das aber wohl nicht reichen.

    Siemens-Tochter sammelt 2,73 Milliarden Euro ein

    In der Nacht zum Donnerstag hatte Healthineers im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens 75 Millionen Aktien zu einem Preis von 36,40 Euro je Anteilsschein platziert. Auf diesem Weg sammelte das Unternehmen brutto 2,73 Milliarden Euro ein. Aus dem Erlös müssen aber noch Kosten und Provisionen beglichen werden. „Die erfolgreiche Aktienplatzierung ist ein wichtiger Meilenstein für die Finanzierung des geplanten Erwerbs von Varian und schafft uns viel Freiraum“, sagte Healthineers-Finanzvorstand Jochen Schmitz.

    Der Kaufpreis gilt als ambitioniert. „Natürlich sind die Preise für solche superstrategischen Transaktionen hoch“, hieß es im Umfeld von Healthineers. Die Logik des Deals sei vom Markt aber verstanden worden. Laut Branchenkreisen war auch ein anderes europäisches Unternehmen an einer Varian-Übernahme interessiert. Der Konkurrent habe zuletzt 175 Euro je Aktie geboten. Healthineers zahlt 177,50 Euro je Anteilsschein.

    Varian gilt als Marktführer bei der Krebstherapie mit Röntgenstrahlen, neben der Chemotherapie das wichtigste Verfahren zur Behandlung von Krebs. Hauptkonkurrent ist das schwedische Unternehmen Elekta. Laut Branchenschätzungen wächst der Markt jährlich um etwa sechs bis zehn Prozent, Software spielt eine immer größere Rolle für die individualisierte Behandlung.  Den adressierbaren Markt bezifferte Varian auf mehr als 20 Milliarden Dollar.

    Der Bedarf an Therapien dürfte wegen des demografischen Wandels weiter steigen. Studien prognostizieren, dass die Zahl der Krebserkrankungen von 14 Millionen im Jahr 2010 auf 25 Millionen Fälle im Jahr 2030 steigen dürfte.

    Mehr: Die Varian-Übernahme ist ein Milliardendeal mit Risiken für Siemens Healthineers.

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