Autobranche: Benteler-Chef Ralf Göttel über Gasembargo: „Die Autoproduktion in Europa käme zum Erliegen“
Der Benteler-Chef ist seit 2017 Vorstandsvorsitzender des Familienunternehmens.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Als Ralf Göttel 2017 die Führung von Benteler übernahm, war das Familienunternehmen angeschlagen. Schulden in Milliardenhöhe gefährdeten die Existenz des Autozulieferers. Ende 2020 gelang es Göttel, mit den Banken eine Refinanzierung auszuhandeln, die an einen Sanierungsplan gebunden ist. Seitdem läuft das Geschäft besser.
Der Umsatz ist im vergangenen Jahr von 6,4 auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Finanzierungsaufwendungen blieben Benteler unterm Strich 330 Millionen Euro. Der Cashflow bewege sich laut Göttel auf einem „Break-even-Niveau“. Benteler könne sein Geschäft organisch finanzieren und sei nicht auf weitere Kredite angewiesen.
Der Autozulieferer fertigt unter anderem Karosserieteile, Fahrwerksmodule und Fahrwerkskomponenten. Rund 85 Prozent des Konzernumsatzes macht das Autozulieferergeschäft aus. Die verbliebenen 15 Prozent stammen aus der Stahlrohrsparte.
Die russische Invasion in der Ukraine hat Auswirkungen auf das Geschäft von Benteler. Dadurch sind Lieferketten teilweise gerissen und wichtige Handelsrouten versperrt, sagt Göttel. Ein Gasembargo würde Benteler stark treffen. Rund 60 Prozent der Produkte könnte das Unternehmen dann nicht mehr fertigen, so Göttel.