Bilanzen: Bayer befreit sich von Monsanto-Lasten – Doch der entscheidende Schritt steht aus
Bayer hat im Laufe des Jahres eine operative Trendwende geschafft und eine gute Grundlage für weiteres Wachstum in allen drei Divisionen gelegt.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Nach dem Schock durch milliardenschwere Glyphosat-Rechtslasten im Jahr 2020 ist bei den Aktionären von Bayer wieder Zuversicht eingekehrt. Mit einem Plus von fast 40 Prozent seit Anfang Januar gehört die Aktie zu den stärksten Werten an Europas Börsen in diesem Jahr.
Dabei liefert die Bilanz des abgelaufenen Jahres auf den ersten Blick wenig Grund für Optimismus. Bei wichtigen Kennzahlen wie dem bereinigten Gewinn, der Verschuldung und dem freien Cashflow hat Bayer nur wenige oder keine Fortschritte gemacht.
Doch die genaue Analyse zeigt: Bayer hat im Laufe des Jahres eine operative Trendwende geschafft und eine gute Grundlage für weiteres Wachstum in allen drei Divisionen gelegt, vor allem in der Pharmasparte.
Darauf wird auch Vorstandschef Werner Baumann bei der Präsentation auf der Hauptversammlung am kommenden Freitag abzielen. Dem Bayer-Vorstand ist klar: Die damit verbundenen Erwartungen darf er nicht enttäuschen.
Viele Investoren setzen auf Besserung nach den von milliardenschweren Monsanto-Rechtskosten und vom Umbau gezeichneten Vorjahren. Bayer leidet weiter unter den Folgen der Glyphosat-Klagewelle, befreit sich aber nach und nach von den Lasten. Der entscheidende Schritt steht zwar noch aus, aber er könnte dem Konzern im Erfolgsfall bilanziell weitere Luft verschaffen.