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Investor RelationsUS-Investor Thoma Bravo kauft Ad-hoc-Mitteilungsdienst EQS

Die US-Private-Equity Firma investiert erstmals in ein deutsches Unternehmen. Nach der Übernahme von EQS für rund 400 Millionen Euro will Thoma Bravo die Münchener Firma von der Börse nehmen.Arno Schütze 16.11.2023 - 18:23 Uhr aktualisiert Artikel anhören

EQS ist am Finanzmarkt vor allem als Eigentümer der ehemaligen DGAP bekannt, die die meisten Pflichtmitteilungen börsennotierter Unternehmen im deutschsprachigen Raum verbreitet.

Foto: EQS Group

Frankfurt . Der Investor-Relations-Dienstleister EQS erhält einen neuen Eigentümer. Der US-Software-Investor Thoma Bravo kauft das Unternehmen für rund 400 Millionen Euro oder 40 Euro je Aktie, 53 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Mittwoch. Das teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit.

Zusätzlich zur Übernahme zeichnet Thoma Bravo eine 40 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung, um das geplante Wachstum der Firma zu unterstützen. Vorstand und der Aufsichtsrat von EQS unterstützen das Angebot.

Die zehn-prozentige Kapitalerhöhung sei nur der Anfang, sagte Irina Hemmers, Partner bei dem US-Investor: „Thoma Bravo steht bereit, EQS mit Kapital und Expertise zu unterstützen und auch mögliche Zukäufe zu finanzieren.“ EQS habe für 2026/27 einen Umsatz von 130 Millionen und ein Ebitda von 39 Millionen in Aussicht gestellt.

Und man sehe weiteres Wachstumspotenzial: „Als privates Unternehmen in Partnerschaft mit Thoma Bravo und mit einer ambitionierten Akquisitionsstrategie halten wir es für möglich, dass EQS sich über die Jahre in Richtung Milliardenunternehmen entwickelt“, bekräftigte Hemmers.

Das Unternehmen ist am Finanzmarkt vor allem als Eigentümer der ehemaligen DGAP bekannt, die die meisten Pflichtmitteilungen börsennotierter Unternehmen im deutschsprachigen Raum verbreitet. EQS-Gründer und Vorstandschef Achim Weick hatte sich in den vergangenen Monaten aktiv nach einem Käufer umgesehen und dabei einen Verkauf an einen Private-Equity-Investor favorisiert, wie das Handelsblatt im August berichtete.

Weick hält 15,3 Prozent am Unternehmen. Größter Anteilseigner mit 24 Prozent ist die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, die das Vermögen des Medieninvestors Norman Rentrop (VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft, Bibel TV) verwaltet, etwa 45 Prozent befinden sich in Streubesitz. 60 Prozent der Aktien hat sich Thoma Bravo bereits gesichert. Nach der Übernahme will der Investor EQS von der Börse nehmen.

EQS-Software überall im Dax im Einsatz

„Mithilfe von Thoma Bravo und deren Expertise aus 450 Software Investments werden wir Entscheidungen künftig noch stärker datenbasiert und weniger aus dem Bauch heraus treffen können“, kommentierte Weick. Man habe einen Investor gefunden, der das Unternehmen besser und schneller mache, „dabei hinter unserer Strategie steht und EQS nicht etwa umkrempeln will.“

Für Thoma Bravo ist es die erste Investition in ein deutsches Unternehmen. Der Investor verwaltet 131 Milliarden Dollar und hatte im Sommer bevorstehende Software-Investitionen in Deutschland angekündigt.

EQS profitiert von den großen Trends Digitalisierung, Regulierung und ESG, also Kriterien in Sachen Umweltschutz, Sozialstandards und guter Unternehmensführung. Alle Dax-Unternehmen haben die Software „EQS-Cockpit“ für ihre Kommunikation mit Investoren und die Steuerung von Compliance-Prozessen, etwa bei anonymen Meldungen von Whistleblowern, im Einsatz.

Die Münchener Firma mit 600 Beschäftigten wächst dank steigender Nachfrage kräftig, schreibt aber seit Jahren rote Zahlen. Die Umsätze stiegen von 30 Millionen Euro im Jahr 2017 auf zuletzt 61 Millionen Euro. Dabei fiel 2022 ein Verlust von 3,3 Millionen Euro an.

Für 2023 ist eine Steigerung der Erlöse auf 71 bis 74 Millionen Euro geplant, das operative Ergebnis (Ebitda) soll sich auf neun bis elf Millionen in etwa verdoppeln. 2022 hatte es mit knapp fünf Millionen Euro unter Plan gelegen – aufgrund später als erwartet verabschiedeter Gesetze, die das EQS-Geschäft treiben sollten.

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Da die EU-Whistleblower-Richtlinie später in das deutsche Recht übertragen wird als erwartet, schieben Kunden den Kauf von entsprechender Software auf. Daher hat EQS im Frühjahr angekündigt, das Mittelfristziel von 130 Millionen Euro Umsatz und einer Rendite (Ebitda-Marge) von mindestens 30 Prozent erst mit zwölf bis 18 Monaten Verzug zu erreichen.

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