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InvestorentagTelefónica erwartet vor O2-Komplettübernahme höheren Gewinn

Der spanische Telekommunikationskonzern verspricht Investoren moderates, aber profitableres Wachstum – hat aber keine Lösung für die traditionell hohe Verschuldung. Die Aktie reagiert.Sandra Louven 08.11.2023 - 19:40 Uhr Artikel anhören

Telefónica will nicht nur die deutsche Tochter ganz übernehmen, sondern auch bessere Ergebnisse einfahren.

Foto: Reuters

Madrid. Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica hat auf einem Investorentag am Mittwoch seine Finanzziele für die kommenden drei Jahre erhöht. Die Ankündigung kommt nur einen Tag nachdem das Unternehmen erklärt hatte, seine deutsche Tochter O2 komplett übernehmen zu wollen.

Der Umsatz soll bis zum Jahr 2026 um ein Prozent pro Jahr steigen, der operative Gewinn (Ebitda) dabei um zwei Prozent, erklärt Telefónica. Die freien Barmittel (FCF) sollen sogar um mehr als zehn Prozent zulegen. „Das sind solide Zahlen ohne negative Überraschungen“, kommentiert Telefónica-Analystin Bettina Deuscher von der Landesbank Baden-Württemberg.

Dem Aktienkurs, der seit Jahren vor allem unter den hohen Schulden leidet, haben die Ankündigungen jedoch nicht geholfen: Nach einem Auf und Ab lag der Kurs am Nachmittag leicht unter der Eröffnung. Dabei hat Telefónica-Chef José María Álvarez-Pallete die bisherige Dividende von 30 Cent pro Aktie bestätigt und für die Zukunft als Minimum festgelegt. Einige Analysten hatten zuvor eine Kürzung der Dividende für möglich gehalten, da Telefónica Geld für den Schuldenabbau benötigt.

Telefónica hat die größten Investitionen in das Netz bereits hinter sich

Just bei den Schulden – die nach diversen Zukäufen Anfang des Jahrtausends zu den höchsten der Branche gehören – zeigten sich die Spanier im Vergleich zu den übrigen Ankündigungen kaum ambitioniert. Die Schuldenquote liegt derzeit beim 2,5-Fachen des operativen Gewinns und soll in den kommenden Jahren zwischen eben diesem 2,5-Fachen und dem 2,2-Fachen liegen.

Ein Grund dafür dürften Kosten für den nächsten Zukauf sein, die Komplettübernahme der deutschen O2, die mit rund zwei Milliarden Euro veranschlagt wird. Der Konzern machte dazu allerdings keine Angaben. Finanzchefin Laura Abasolo betonte jedoch, dass der erwartet höhere freie Cashflow (FCF) helfen werde, die Schuldenlast zu senken.

Der Konzern erwartet eine deutliche Steigerung der freien Barmittel, weil er den größten Teil seiner Investitionen in die Aufrüstung des Netzes bereits getätigt hat. Diese Ausgaben würden künftig sinken, zudem könne das Netz effizienter betrieben werden, hieß es.

Abasolo bekräftigte, dass die Komplettübernahme der deutschen Tochter der Telefónica ein stärkeres Gewicht in Euro-Ländern verleihe. Damit sinkt das Wechselkursrisiko des Konzerns, der in mehreren Schwellenländern Lateinamerikas vertreten ist.

Saudi Telecom will 9,9 Prozent an Telefónica erwerben

Telefónica hat zum ersten Mal seit 2012 einen Investorentag organisiert, die Erwartungen waren entsprechend hoch. „Als wir den Termin für den Investorentag angekündigt haben, wussten wir noch nicht, was passieren würde – und es ist viel passiert“, verkündete Telefónica-Chef Álvarez-Pallete zu Beginn der Präsentation.

Gemeint war die Mitteilung des saudi-arabischen Staatsunternehmens Saudi Telecom von Anfang September: Die Saudis teilten damals überraschend mit, dass sie direkt fünf Prozent der Aktien an Telefónica erworben und sich Rechte für den Kauf von weiteren 4,9 Prozent gesichert haben.

Saudi Telecom erhielte damit ein oder zwei Sitze im Aufsichtsrat und würde zum mit Abstand größten Einzelaktionär der Spanier. Die Saudis brauchen dafür aber die Genehmigung der spanischen Regierung, weil Telefónica Dienstleister des Verteidigungsministeriums und damit ein strategisch wichtiges Unternehmen ist.

Die Regierung prüft die Offerte und erwägt derzeit, selbst fünf Prozent an Telefónica zu erwerben. Der spanische Staat würde nach der Privatisierung des ehemaligen Monopolisten im Jahr 1997 so wieder als Anteilseigner an Bord gehen.

Zu den Änderungen auf der Aktionärsseite gab es beim Investorentag keine Neuigkeiten. Noch haben die Saudis in Madrid keinen offiziellen Antrag für den Erwerb der Anteile gestellt. Das dürfte damit zu tun haben, dass nach der Parlamentswahl im Juli immer noch keine neue Regierung in Spanien im Amt ist.

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