Petra Justenhoven: Neue PwC-Chefin: „In unserem Geschäft wird noch immer zu viel gearbeitet“
Die 55-Jährige führt seit Juli die größte deutschen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft.
Foto: PwC/ Frank Rumpenhorst, Thomas Berger (M)Düsseldorf. Die weltgrößte Prüfungsgesellschaft PwC will dem Vorstoß des Konkurrenten EY zu einer Aufspaltung nicht folgen. „Für PwC ist die Aufspaltung keine Option. Solange es keine Veränderung bei den Kundenbedürfnissen oder von gesetzlicher Seite gibt, bleiben wir ein integriertes Unternehmen“, sagte die neue PwC-Deutschlandchefin Petra Justenhoven im Interview mit dem Handelsblatt.
EY hatte Ende Mai die Branche aufgeschreckt. Damals wurden Pläne der Firma zur Trennung der Prüfungs- und Beratungsgeschäfte in eigenständige und voneinander unabhängige Unternehmen bekannt. EY will damit möglichen weiteren gesetzlichen Einschränkungen im Beratungsgeschäft entgehen, wenn sie unter einem Dach zugleich weiterhin die Prüfung von Bilanzen betreibt. Eine Entscheidung über die Aufspaltung ist noch nicht gefallen.
Nach den zahlreichen Bilanzskandalen wie bei Wirecard wächst die Kritik an dem traditionellen Geschäftsmodell der „Big Four“, zu denen auch Deloitte und KPMG gehören. Ihnen wird vorgeworfen, Interessen zu vermischen. Die Prüfer selbst verweisen auf die gesetzliche Trennung, nach der sie kein Unternehmen beraten dürfen, dessen Bilanzen sie testieren.