Wirtschaftsprüfer-Verband: Zweifel an der Traumkarriere der neuen Spitze des Branchenverbands IDW
Die ehemalige Sprecherin des IDW wird 2024 Nachfolgerin des IDW-Chefs.
Foto: IDW (2)Düsseldorf. „Herausragend“, „eine Koryphäe“, „Klaus-Peter Naumann ist der beste Interessenvertreter, den man sich vorstellen kann“. Wenn Branchenvertreter über den Chef des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) sprechen, greifen sie gern zu Superlativen. Ein Problem gibt es jedoch: Er hinterlässt große Fußstapfen.
Naumann ist 63 Jahre alt, 2024 wird er die Spitze des IDW verlassen. Seine Nachfolgerin steht bereits fest: Melanie Sack, Naumanns ehemalige Pressesprecherin. Es ist eine Entscheidung, die im Umfeld des Instituts und in der Branche für viel Unverständnis sorgt.
Das IDW ist eine mächtige Interessenvertretung der Wirtschaftsprüfer, es setzt die praktischen Standards für die Bilanzprüfung in Deutschland, organisiert Fortbildungen und pflegt Kontakte in die Politik. Das Institut hat rund 13.000 Mitglieder, etwa 80 Prozent aller Prüferinnen und Prüfer sind dort organisiert. Wer an der Spitze des IDW steht, hat viel Einfluss.
Als das Handelsblatt vor einer Woche begann, Fragen zu der Personalie zu stellen, schrieb Naumann an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Wir sind erstaunt, dass eine renommierte Zeitung wie das Handelsblatt solchen Geschichten nachgeht.“ Naumann, das IDW und Sack nahmen sich einen Medienanwalt. Der schrieb: „Wir haben unserer Mandantschaft empfohlen, zu den entsprechenden Fragen im Einzelnen nicht Stellung zu nehmen.“