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Tim ScharwathDHL-Frachtvorstand kündigt unerwarteten „Ruhestand“ an

Tim Scharwath galt als Shooting-Star im Vorstand der Deutschen Post. Nach enttäuschenden Spartenergebnissen verlässt er den Dax-Konzern vorzeitig – kurz nach seiner Vertragsverlängerung.Christoph Schlautmann 16.07.2025 - 08:23 Uhr Artikel anhören
Tim Scharwath: Überraschender Abgang im Bonner Post Tower. Foto: DHL

Düsseldorf. Erst im vergangenen Jahr hat Tim Scharwath seinen Vertrag als Frachtvorstand bei DHL bis 2030 verlängert, nun geht der 60-Jährige nach Auskunft des Bonner Dax-Konzerns vorzeitig – und zwar in den „Ruhestand“.

Der Abgang kommt überraschend. 2016 war es dem damals noch als Deutsche Post firmierenden Konzern nur mit Mühe gelungen, den Fracht- und Speditionsexperten Scharwath vom Schweizer Wettbewerber Kühne + Nagel zu gewinnen. Dort hatte Firmenpatriach Klaus-Michael Kühne strickt auf Scharwaths Kündigungsfrist von einem Jahr bestanden, um dem Bonner Konkurrenten den ausgewiesenen Fachmann möglichst lange vorzuenthalten.

Nach seinem Eintritt in den Vorstand der Deutschen Post räumte Scharwath ab 2017 in der angeschlagenen Speditions- und Frachtdivision von DHL auf. Vorgänger Roger Crook hatte sich zuvor bei der Einführung einer neuen SAP-Software verhoben, was zu dreistelligen Millionenverlusten und einer Gewinnwarnung führte.

Zeitweise als Nachfolger Appels gehandelt

Eine Zeitlang wurde Scharwath sogar insgeheim als Nachfolger von Konzernchef Frank Appel gehandelt – ein Posten, den später sein Vorstandskollege Tobias Meyer erhielt. Was zum Sinneswandel nach der erst kürzlich erfolgten Vertragsverlängerung führte, ließ eine Konzernsprecherin auf Anfrage offen. Scharwath selbst kündigte auf der Karriere-Plattform Linkedin einen „Unruhestand“ an, der auch Beratertätigkeiten beinhalten könne.

Die Ergebnisse der von Scharwath geführten Speditions- und Frachtsparte stehen bereits seit längerem unter Druck. Für das erste Quartal dieses Jahres musste er einen Gewinnrückgang von mehr als 23 Prozent melden, während fast alle übrigen Sparten im Plus lagen.

Scharwaths Abgang folgt zum 16. August im DHL-Vorstand eine Rotation. So ernannte der Aufsichtsrat am Dienstag Oscar de Bok zu seinem Nachfolger und gleichzeitig zum Chief Executive Officer (CEO) von DHL Global Forwarding, Freight, wie sich die DHL-Division offiziell nennt.

De Bok ist bereits seit 2019 Mitglied des Konzernvorstands und derzeit CEO der Division DHL Supply Chain, die sich um Lagerlogistik kümmert. De Boks Nachfolger wird wiederum Hendrik Venter, derzeit verantwortlich für DHL Supply Chain in Kontinentaleuropa, dem Nahen Osten und Afrika. Der Aufsichtsrat beruft Venter gleichzeitig in den Konzernvorstand.

Oscar de Bok: Folgt Tim Scharwath als Frachtvorstand bei DHL. Foto: Pressefoto DHL

Die seit Kurzem amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Katrin Suder dankte Scharwath ausdrücklich für die geleisteten Dienste, insbesondere für „seine erfolgreiche Arbeit als CEO und die Weiterentwicklung von DHL Global Forwarding, Freight“. Unter seiner Führung habe die Division ihre IT-Infrastruktur modernisiert, die Digitalisierung beschleunigt und kontinuierlich ihre Kundenservices und -lösungen verbessert.

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Auch DHL-Chef Tobias Meyer dankte dem scheidenden Vorstand in einer Presseverlautbarung. Einen Grund für den Dank nannte er nicht.

Erstpublikation: 15.07.2025, 17:29 Uhr.

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