Energie: „Wir brauchen eine Kurskorrektur für die Energiewende“
Berlin, Düsseldorf. Nach Überzeugung von Stefan Dohler, Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), braucht die Energiewende wegen des nur schwach steigenden Stromverbrauchs eine Kurskorrektur, etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien: Man sollte schauen, „ob die Ausbauziele, die aufgrund von politischen Vorgaben gesetzt wurden, noch mal einen Realitätscheck gebrauchen könnten“, sagte Dohler dem Handelsblatt.
Dohler, im Hauptberuf Chef des Energieversorgungsunternehmens EWE mit Sitz in Oldenburg, sieht auch beim Netzausbau Einsparpotenzial. Es ergebe keinen Sinn, das Netz dahin auszubauen, wo nur ein paar vereinzelte Anlagen stünden. Das will zwar laut Koalitionsvertrag zwar auch die neue Bundesregierung aus Union und SPD. „Aber wir brauchen eine Systemkostenoptimierung. Was fehlt, ist der integrierte Blick“, sagte Dohler.
Den Plan der neuen Bundesregierung, in Engpass-Situationen Kraftwerke aus der Netzreserve am Markt teilnehmen zu lassen, um die Strompreise zu dämpfen, lehnt Dohler ab: „Wenn man Reservekraftwerke am Markt teilnehmen ließe, würde damit die Investitionssicherheit für Spitzenlastkraftwerke gefährdet, Investitionen in Batteriespeicher würden entwertet“, sagte Dohler. Man würde mit diesem Markteingriff „das völlig falsche Signal setzen“.