Energiekrise in Europa: Übergewinnsteuer alarmiert die Energiebranche
Die Pläne aus seinem Wirtschaftsministerium stoßen in der Energiewirtschaft auf harsche Kritik.
Foto: AP/dpaBerlin, Düsseldorf. Die Pläne der Bundesregierung zur Abschöpfung von Zufallsgewinnen könnten den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland gefährden. Davor warnt die Strombranche. „Bei der Ausgestaltung muss sichergestellt sein, dass Unternehmen auch weiterhin in eine sichere, klimafreundliche und bezahlbare Energieversorgung investieren können“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt.
Und Michael Müller, Finanzvorstand des Energiekonzerns RWE warnte: „Wenn das so umgesetzt wird, müssen wir fürchten, dass neue Investitionen in erneuerbare Energien ausbleiben.“
RWE stellte am Donnerstag Quartalszahlen vor. Der Konzern ist demnach einer der größten Profiteure des starken Strompreisanstiegs. In den vergangenen neun Monaten hat der Essener Energiekonzern seinen Gewinn mit 2,1 Milliarden Euro (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Den Plänen der Regierung zufolge sollen Unternehmen wie RWE 90 Prozent der Einnahmen, die bestimmte Grenzen überschreiten, an den Staat abtreten. Mit den so erhofften 30 Milliarden Euro will der Bund eine Strompreisbremse finanzieren, um Industrie und Haushalte zu entlasten. Das Kabinett will die Details in der kommenden Woche beschließen.