Eon-Chef zum Atomausstieg: „Wir schalten Weltklasse-Anlagen ab“
Der CEO von Eon bedauert das Ende der Atomkraftwerke in Deutschland.
Foto: Jann Höfer für HandelsblattHerr Birnbaum, diesen Winter haben wir ja in Sachen Energieversorgung erstaunlich gut gemeistert. Wie sehr beschäftigt sich Deutschlands größter Energiekonzern bereits mit dem kommenden Winter?
Dank der warmen Temperaturen ist Deutschland tatsächlich gut durch die vergangenen Monate gekommen. Jetzt muss der Fokus aber schon auf dem nächsten Winter sein. Das gilt für unsere Volkswirtschaft, aber auch für Eon. Wir überlegen uns schon länger, was wir einkaufen und zu welchem Preis wir einkaufen.
Müssen sich die Deutschen erneut Sorgen machen?
Solange wir weiter Energie sparen, sicherstellen, dass genug LNG (Liquefied Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas) da ist, und der nächste Winter nicht zu kalt wird, sollten wir einigermaßen klarkommen. Aber wir sollten uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Es kann Situationen geben, in denen es schwieriger wird als in den vergangenen Monaten: Wenn der kommende Winter kalt wird oder das LNG nicht kommt, weil die chinesische Wirtschaft anzieht. Dann könnten die Preise wieder explodieren. Und wer wird dann beschimpft? Der, der die Rechnungen schreibt. Und das sind wir.