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Erdgas-PipelineNord Stream 2 AG ist zahlungsunfähig und entlässt alle Angestellten

Die USA hatten in der vergangenen Woche Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft verhängt. Nun hat die Gazprom-Tochter Konkurs anmelden müssen. 01.03.2022 - 19:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die durch die Ostsee verlegte und fertiggestellte Pipeline sollte russisches Gas nach Deutschland bringen.

Foto: dpa

Genf, Berlin. Die Betreibergesellschaft der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 ist nach Angaben aus der Schweiz zahlungsunfähig. Die Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug habe „die Bilanz deponieren“, also Konkurs anmelden müssen, sagte die Regierungsrätin des Kantons Zug, Silvia Thalmann-Gut, am Dienstag dem Sender SRF.

Zuvor hatte der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin im Westschweizer Fernsehen mitgeteilt, dass Nord Stream 2 allen 140 Angestellten gekündigt und sie zu einem Treffen mit Vertretern der Kantonsbehörden gebeten habe.

Gegen die Betreiber der deutsch-russischen Pipeline in der Ostsee waren im Zuge des Einmarsches Russlands in die Ukraine durch die USA in der vergangenen Woche Sanktionen verhängt worden. Die Bundesregierung hatte zudem das für den Gastransport nötige Genehmigungsverfahren auf Eis gelegt. Um Vorgaben der Bundesnetzagentur im Rahmen dieses Verfahrens zu erfüllen, war Gas for Europe gegründet worden.

Das US-Finanzministerium hatte als Teil der Sanktionen gegen Russland in der vergangenen Woche ultimativ die Abwicklung aller Geschäfte mit der Nord Stream 2 AG und deren Mehrheitsbeteiligungen bis zum 2. März verlangt.

Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Gazprom und hat ihren Hauptsitz in Zug, gut 30 Kilometer südlich von Zürich. Das elf Milliarden Dollar schwere Projekt war zur Hälfte von den Energie- und Ölriesen Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall Dea finanziert worden.

Russland wollte mit der 1230 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee die Kapazität der Erdgaslieferungen nach Deutschland verdoppeln. Nord Stream 2 ist fertig, die Bundesregierung hatte aber die Inbetriebnahme wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine auf Eis gelegt.

str, dpa
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