Gazprom: Wie Russland mit einer neuen Pipeline immer mehr Gas nach China liefern will
Quer durch Sibirien soll die neue Pipeline "Sila Sibiri 2" gehen. Bis darin Gas von Russland nach China fließt, dauert es allerdings noch.
Foto: BloombergBerlin, Düsseldorf. Der russische Energiekonzern Gazprom betont es bei jeder Gelegenheit: Die Gasausfuhren von Russland nach China nehmen zu. Jüngster Anlass waren die Gas-Exportzahlen für die Monate Januar bis September 2022, die Gazprom am Donnerstag veröffentlichte. Am 10. September habe das tägliche Pipeline-Exportvolumen nach China einen neuen Rekord erreicht, heißt es da.
Solche Mitteilungen sollen ein Signal an den Westen sein: Russland braucht Europa nicht mehr. Während Länder wie Deutschland schwer darunter litten, dass Putin den Gashahn zugedreht hat, habe Russland alternative Gasabnehmer, so wird es von Gazprom suggeriert. Auf die EU-Staaten als Kunden sei man nicht angewiesen.
Doch steckt Russland tief in Abhängigkeiten. Erst war Russland auf Exporte gen Westen angewiesen – und wird jetzt immer abhängiger von China. Der russische Traum hingegen, die EU und China als konkurrierende Gaskunden gegeneinander ausspielen zu können, ist bislang nicht mehr als genau das – ein Traum.
Russland: Gazprom liefert Gas flüssig als LNG nach China
Die großen Gasfelder Russlands, die als Rohstoffbasis für die Pipelines nach Westen dienen, sind auf der Jamal-Halbinsel und am Polarmeer in Westsibirien zu finden. Sie sind Tausende Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt und nicht an das nach China führende Pipelinenetz angeschlossen.