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Energie

Günther Schuh Elektroautohersteller Ego beantragt Schutzschirmverfahren

Die Folgen der Corona-Pandemie haben die Situation des Aachener Start-ups verschärft. Am Donnerstag hat Ego ein Schutzschirmverfahren nach dem Insolvenzrecht angemeldet.  
02.04.2020 - 17:33 Uhr Kommentieren
Erst vor gut einem Jahr war die Serienproduktion des kompakten Stromers in Aachen gestartet.  Quelle: dpa
Ego

Erst vor gut einem Jahr war die Serienproduktion des kompakten Stromers in Aachen gestartet. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Von Anfang an hatte Gründer Günther Schuh mit Problemen bei seinem Elektroauto-Start-up Ego zu kämpfen. Jetzt hat das Aachener Unternehmen einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. „Wir gehen in ein eigenverwaltetes Verfahren, dass uns die Gelegenheit zur Restrukturierung und Neuordnung unserer Finanzen gibt“, erklärt Schuh im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Amtsgericht Aachen hat dem Antrag bereits stattgegeben. 

Nun hat der Professor für Maschinenbau an der RTWH Aachen drei Monate Zeit, neue Investoren zu finden. Es geht um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. „Wir gehen zuversichtlich in diese Phase und wollen in jedem Fall vermeiden, Mitarbeiter zu entlassen. Ich bin jetzt einfach mal optimistisch, trotz Corona“, sagte Schuh. 

Seit zwei Wochen steht die Produktion für den kostengünstigen Stromer nun schon still, 170 von 450 Angestellte sind bei Ego in Kurzarbeit. „Ob wir die Produktion nach dem ominösen 20. April wieder ganz normal hochfahren können, wissen wir noch nicht“, sagt der Ego-Chef. 

Die wirtschaftlichen Folgen der weltweiten Corona-Pandemie kommen für das nordrhein-westfälische Start-up zur Unzeit. 2019 machte Ego rund 50 Millionen Euro Verlust und konnte sich nur mit einer zusätzlichen Finanzspritze vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren. Die Investoren stützten den Elektroautohersteller mit einem Brückenkredit in drei Tranchen. 

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    Die letzte war an die Vorgabe geknüpft, dass ein Joint-Venture in China finanzielle Entlastung bringt. Die versprochenen Millionen sind wegen der dort herrschenden Coronakrise aber nicht in Aachen eingegangen, und die letzte Zahlung des dringend benötigten Überbrückungskredits blieb aus. 

    „Wir wären in vier bis fünf Monaten eigentlich aus dem Gröbsten raus gewesen und fallen jetzt trotzdem zwischen die Stühle“, sagt Schuh. Da helfe auch kein staatliches Rettungsprogramm. 

    Die Ego-Tochter Moove sei von dem Schutzschirmverfahren erst einmal ausgenommen, versichert Schuh. An dem Projekt für Elektro-Kleintransporter ist unter anderem der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF mit rund 40 Prozent beteiligt und soll nach Brancheninformationen bereits einen zweistelligen Millionenbetrag investiert haben. Ziel war die Serienproduktion des Fahrzeugs. ZF leistet dem kleinen deutschen Elektroautobauer nicht nur Finanzhilfe, sondern liefert zu dem Modell Stromantrieb, Lenkung, Bremsen und automatisierte Fahrfunktionen samt Steuereinheit. 

    Mit seinem günstigen E-Auto für Jedermann wollte der Erfinder den Markt für Elektroautos revolutionieren.  Quelle: dpa
    Günther Schuh

    Mit seinem günstigen E-Auto für Jedermann wollte der Erfinder den Markt für Elektroautos revolutionieren. 

    (Foto: dpa)

    Trotz der großen Probleme will das Jungunternehmen in den kommenden zwei Jahren stark wachsen. Ego-Chef Schuh rechnet sogar 2021 bereits einem positiven operativen Cashflow. „Wir sind kreativ und zäh. Wir werden auch diese Krise überstehen“, ist der Ingenieur überzeugt. 

    Findet Schuh in den nächsten drei Monaten allerdings keinen zahlungskräftigen Investor, geht es offiziell ins Insolvenzverfahren. Die wirtschaftliche Lage in Folge eines fast weltweiten Stillstands dürfte die Suche jedoch nicht gerade einfach machen. 

    Erst Ende Februar war mit Streetscooter bereits Schuhs erstes Elektro-Start-Up von der Deutschen Post eingestampft worden. Noch im Laufe des Jahres soll die Produktion der strombetriebenen Kleinbusse eingestellt werden. Der Dax-Konzern hatte die Ausgründung der RWTH Aachen 2014 von Schuh übernommen und seitdem vergeblich nach einem Käufer gesucht. 
    Schuh bezeichnete das Ende von Streetscooter in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt „als Armutszeugnis für Deutschland“. Aber auch hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, betonte Schuh.  

    Mehr: Elektroautos in der Sackgasse – wenn Visionäre scheitern.

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