Krisenkonzern: Investoren drängen auf schnelle Staatshilfen für Siemens Energy
Siemens Energy bittet um staatliche Unterstützung.
Foto: dpaMünchen, Berlin, Frankfurt, Brüssel. In Verhandlungskreisen wird mit einer raschen Entscheidung über die Staatshilfe für Siemens Energy gerechnet. „Niemand hat Interesse an einer Hängepartie“, hieß es von mehreren Beteiligten im Verhandlungsumfeld. Es gebe laufend intensive Gespräche. Eine Einigung werde in den nächsten Tagen erwartet. Diese hänge jetzt vor allem an Großaktionär Siemens.
Die Siemens-Abspaltung Siemens Energy verhandelt mit Banken und Bundesregierung über milliardenschwere Staatsgarantien. Der Konzern sitzt auf einem hohen Auftragsbestand von 110 Milliarden Euro. Geschwächt durch hohe Verluste in der Windkraft sucht er aber Wege, große Projekte mit Garantien abzusichern.
Der Bund ist dazu grundsätzlich bereit, fordert aber eine Beteiligung von Großaktionär Siemens. In Verhandlungskreisen wird damit gerechnet, dass der Technologiekonzern seinen Widerstand aufgeben wird. Das Reputationsrisiko und der Druck durch die Bundesregierung seien groß. In Industriekreisen hieß es allerdings, Siemens-Chef Roland Busch bestehe auf einen geordneten Prozess und wolle sich daher zeitlich nicht unter Druck setzen lassen.
Nach der Bestätigung des Hilferufs war der Aktienkurs von Siemens Energy am Donnerstag dramatisch um zeitweise rund 40 Prozent eingebrochen. In der Hoffnung auf eine Lösung konnte er am Freitag zumindest wieder leicht um vier Prozent auf gut sieben Euro zulegen.