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Energie

Ölindustrie Big Oil schwächelt – doch ein Konzern trotzt der Krise

Der Schuldenberg der Ölmultis wird immer größer, BP baut Tausende Stellen ab, Shell muss Milliarden abschreiben. Doch ein Konkurrent steht besser da.
22.07.2020 - 16:48 Uhr Kommentieren
Das Coronavirus lässt den Umsatz der Ölmultis einbrechen. Quelle: Reuters
Ölriesen in der Krise

Das Coronavirus lässt den Umsatz der Ölmultis einbrechen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Obwohl der französische Ölkonzern der kleinste unter den großen Fünf ist, steht Total zurzeit deutlich besser da als Exxon Mobil, Shell, BP oder Chevron. Analysten glauben, dass das Unternehmen unter CEO Patrick Pouyanne die Krise besser durchstehen wird als seinen Konkurrenten. 

Gründe dafür gibt es genug: Der Pariser Ölmulti verfügt über eine sehr solide Bilanz, eine teilweise bessere Kostenstruktur als die Konkurrenz und investiert schon länger kräftig in wichtige Zukunftsmärkte wie Solar, Wind, E-Mobilität oder Wasserstoff. 

Während Shell sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 zum weltweit größten Stromerzeuger zu werden, hat Total bereits mehrere Milliarden für Zukäufe in dem Bereich ausgegeben und plant, bis 2025 mehr als 25 Gigawatt Bruttoerzeugungskapazität für erneuerbare Energien zu haben. 

Dafür kaufte Total bereits vor vier Jahren den französischen Batteriehersteller Saft für 950 Millionen Euro. Mit der Übernahme von Direct Energie im Jahr 2018, Frankreichs drittgrößtem Energieversorger, wurde das Segment alternativer Energien für zwei Milliarden Euro weiter ausgebaut. 

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    Zuletzt kündigte Total an, in Frankreich und China Batterien für Elektrofahrzeuge bauen zu wollen. Außerdem kamen Zukäufe im Stromsektor in Spanien, Indien und Katar hinzu, sowie ein erstes Investment im Bereich Offshore-Wind in der Nordsee. Bis 2050 will Total so CO2-Neutralität für die gesamte Produktion und alle seine Produkte erreichen, die von seinen Kunden in Europa verwendet werden. 

    Aber auch im Ölsegment kann sich Total von den anderen absetzen. Fast niemand sonst auf dem Markt kann zu so günstigen Preisen produzieren wie die Franzosen. Ab einem Preis von 25 Dollar pro Barrel der Nordseesorte Brent macht Total bereits Gewinn. BP und Shell brauchen da noch 10 Dollar mehr. 

    Seit der letzten Krise 2014 hat der Pariser Konzern seine Produktionskosten um satte 75 Prozent gesenkt. Auch die Gearing-Ratio, ein Maßstab für die Verschuldung eines Unternehmens, hat sich bei Total halbiert. 

    Mit einem Nettogewinn von 34 Millionen US-Dollar im ersten Quartal verdient das Energieunternehmen trotzdem satte 99 Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch schafft es der französische Konzern damit im Gegensatz zu BP, Shell und Exxon Mobil immerhin, schwarze Zahlen zu schreiben.

    Zuverlässige Dividende

    Anders als Shell und Equinor hat der Pariser Konzern seine Gewinnausschüttungen zwar noch nicht gekürzt. Den Plan, die Dividende zwischen fünf und sechs Prozent pro Jahr zu erhöhen, hat Total aber erst einmal auf Eis gelegt. Stattdessen bekommen Investoren die Möglichkeit, die Gewinnausschüttung in Form von Aktien, anstatt Bargeld zu erhalten. Analysten zeigen sich aber zuversichtlich, dass Total seinen Anlegern ihre Dividende auch über die Krise hinaus weiter auszahlen kann. 

    Aber auch Total muss wie alle anderen Ölkonzerne ein ordentliches Sparprogramm auflegen. So sollen die Betriebskosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden, genauso wie die Energiekosten. 1000 Stellen will Total in seiner Petrochemie-Sparte abbauen. Zusätzlich kürzen die Franzosen ihre für 2020 geplanten Investitionen um knapp ein Viertel auf 14 Milliarden Dollar. 

    Das Unternehmen hatte sich angesichts der Krise im April mit der Ausgabe von Anleihen im Wert von drei Milliarden Dollar Luft verschafft und Kreditlinien im Umfang von sechs Milliarden Dollar in Anspruch genommen. Vor der Welle der Multimilliarden-Abschreibungen ist aber auch Total in den nächsten Monaten nicht gefeit. 

    Mehr: Die Ölkonzerne stehen vor ihrer größten Herausforderung.

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