Rüstungsindustrie: Deshalb setzt Rheinmetall auf E-Fuels
Saabrücken. Der Kampfjet Eurofighter stößt in einer Flugstunde elf Tonnen CO₂ aus – und verursacht damit in 60 Minuten mehr Emissionen als ein Deutscher durchschnittlich in einem ganzen Jahr.
Das könnte sich künftig ändern: Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall erwägt eine große Produktion von E-Fuels. Das sind klimafreundlichere Treibstoffe, die auf Basis erneuerbarer Energien entstehen.
Auf dem Handelsblatt Wasserstoff-Gipfel in Saarbrücken sagte Shena Britzen, Chefin des Wasserstoff-Programms bei Rheinmetall: „Wir wählen bewusst den Weg der erneuerbaren Energiequellen.“
Der Klimaschutz wäre dabei nur ein willkommener Nebeneffekt: Eigentlich geht es um Energiesicherheit. Britzen erklärte: „Wir machen das nicht, weil wir den Fokus auf grünen Kraftstoff setzen, sondern weil die Energie verfügbar gemacht werden kann.“ Die Begründung: Grüner Kraftstoff kann regional unabhängig vom Stromnetz und Ölmarkt produziert werden und Truppen im Einsatz versorgen.
Die Rheinmetall-Managerin betonte, dass Nato-Studien zufolge Russland innerhalb der kommenden fünf Jahre bereit sein werde, einen großen Krieg in Europa zu führen: „Daher haben wir maximal fünf Jahre, um die Kraftstoffversorgung sicher bereitstellen zu können.“ Und: „Wir haben in Europa heute keine Lösung für den großen Kriegs- und Krisenfall, wie wir die Streitkräfte mit Kraftstoff versorgen können.“