Siemens-Energy-CEO Christian Bruch: „Wir sind kein Sanierungsfall“
Die Windtochter macht Siemens Energy von Beginn an zu schaffen.
Foto: Thorsten Jochim für HandelsblattDüsseldorf, München. Bei seinem Amtsantritt hatte Siemens-Energy-CEO Christian Bruch eigentlich damit gerechnet, dass das konventionelle Geschäft zum größten Risiko des Energietechnikspezialisten werden könnte. Drei Jahre später ist es aber gerade die zukunftsträchtige Windsparte, die dem Manager ein Milliardendebakel eingebrockt hat. Am Montag gab Siemens Energy einen Quartalsverlust von drei Milliarden Euro bekannt.
Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Bruch, wie es dazu kommen konnte: Die Windtochter Siemens Gamesa habe neue Turbinen unter dem Druck des Marktes zu früh rausgebracht: „Wettbewerber haben sich da mehr Zeit gelassen und haben ihre Turbinen evolutionärer entwickelt“, sagt Bruch. Eine Windturbine könne man nicht mal eben entwickeln. „So etwas braucht Jahre.“
Er fordert ein Ende des ruinösen Technologiewettbewerbs in der Windindustrie. Die eigene Windsparte soll nun vorerst langsamer wachsen. Insgesamt sei die Bilanz von Siemens Energy „gut“, fremdes Kapital brauche man deswegen erst mal nicht. Nur wann der Konzern wieder schwarze Zahlen schreibt, wollte Bruch noch nicht verraten.