Strompreise: Warum sich ein Wechsel des Stromanbieters für Verbraucher lohnt
Düsseldorf. Seit Jahresbeginn kennen die Strompreise nur einen Weg – nach unten. In den ersten sechs Monaten sind die Preise für deutsche Haushaltskunden um fast vier Prozent gesunken. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Vergleichsportals Verivox, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Während die Kosten überregionaler Anbieter deutlich sinken, steigen die Angebotspreise bei den örtlichen Grundversorgern deutlich. Seit Januar wurden insgesamt 298 Preiserhöhungen der örtlichen Grundversorger von durchschnittlich 7,3 Prozent gemeldet. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden entspricht das einer Mehrbelastung von rund 121 Euro im Jahr.
„Die Preisunterschiede zwischen der örtlichen Grundversorgung und dem günstigsten Neukundenangebot sind aktuell so groß wie nie“, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Was für die Grundversorger in der Energiekrise von Vorteil war, wird jetzt zum Wettbewerbshindernis.
Strompreise: Warum sich ein Stromanbieterwechsel aktuell lohnt
Viele Stadtwerke kaufen den Großteil ihrer Energie zwei bis drei Jahre im Voraus ein. Liefermengen und Preise stehen fest, lange bevor es tatsächlich zur Lieferung kommt. Durch derartige Termingeschäfte können die Einkäufer planen, wie viel Energie ihnen wann zur Verfügung steht und wie viel Geld sie dafür ausgeben werden.
In der Energiekrise zwischen Herbst 2021 und Anfang 2023 kam das vielen Kunden in der Grundversorgung anfangs noch zugute. Die Rekordstrompreise an den Börsen wurden erst nach und nach weitergegeben. Seit anderthalb Jahren allerdings haben es die Preiserhöhungen ganz schön in sich.