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WindkraftAufgabe von US-Windprojekt brockt Orsted Milliardenverlust ein

Orsted leidet darunter, die Arbeiten an Windkraftprojekten eingestellt zu haben. Der Börsenkurs sank um mehr als 20 Prozent. Der dänische Konzern musste eine Milliardensumme abschreiben.Maike Telgheder 01.11.2023 - 15:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die gesamte Windkraft-Branche hat momentan Schwierigkeiten.

Foto: dpa

Kopenhagen, Frankfurt. Der nächste Windkonzern stürzt an der Börse ab: Wenige Tage, nachdem Siemens Energy massiv an Wert verloren hatte, brach am Mittwoch die Aktie des weltgrößten Windprojektentwicklers Orsted ein.

Der dänische Konzern hatte wegen aus dem Ruder laufender Kosten und Lieferkettenproblemen Offshore-Projekte in den USA storniert, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich verbuchte Orsted deshalb in den ersten neun Monaten 2023 einen Verlust von umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro (19,9 Milliarden Kronen).

Der Windkraftmarkt gilt als schwierig, keiner der Anbieter verdient derzeit Geld. Die Unternehmen leiden unter Lieferkettenproblemen und den durch die hohe Inflation und die gestiegenen Zinsen in die Höhe getriebenen Kosten.

Das trifft auch Siemens Energy. Die Aktie des Dax-Unternehmens war in der vergangenen Woche um 39 Prozent abgestützt, als bekannt wurde, dass das Unternehmen angesichts hoher Verluste mit dem Bund über mögliche Staatshilfe in Form milliardenschwerer Garantien verhandelt.

Bei Siemens Energy kommen zu den schwierigen Branchenbedingungen noch hausgemachte Probleme bei der Windkrafttochter Gamesa hinzu: Das Unternehmen kämpft mit Qualitätsmängeln bei Windrädern und Problemen beim Hochlauf der Produktion von Windanlagen.

Die Verluste im Windkraftgeschäft könnten 2024 sogar noch höher ausfallen als von den Märkten erwartet, hatte Siemens Energy Ende vergangene Woche gewarnt. Das bedeutet zwar nicht unbedingt, dass sie auch höher ausfallen als 2023. Doch kommt die Sanierung langsamer voran als gedacht. Das Unternehmen hat seit seiner Abspaltung von Siemens nur Verluste geschrieben.

Verantwortlich dafür ist das Geschäft mit erneuerbaren Energien. Die Probleme der Windkraftbranche drohen die ehrgeizigen Klimaziele zu gefährden, die sich die EU und andere Länder gesetzt haben.

Auch andere Branchenunternehmen unter Druck

Die Entscheidung von Orsted wiederum ist ein Rückschlag für die ehrgeizigen Pläne von US-Präsident Joe Biden, der sich einen massiven Ausbau der Offshore-Windkraft auf die Fahnen geschrieben hat. Demnach sollen bis 2030 Windanlagen mit einer Gesamtkapazität von 30.000 Megawatt (30 Gigawatt) auf hoher See errichtet werden.

Orsted ist nicht der einzige Konzern, den US-Offshore-Windprojekte teuer zu stehen kommen.

Foto: AP

Wie Orsted mitteilte, werde die Arbeit an den Windparks Ocean Wind 1 und 2 eingestellt. Das kommt die Dänen teuer zu stehen: In den ersten neun Monaten 2023 fielen bereits Abschreibungen in Höhe von 28,4 Milliarden Kronen (3,8 Milliarden Euro) an.

Zudem rechnet der Vorstand mit weiteren Rückstellungen in Höhe von acht bis elf Milliarden Kronen (1,0 bis 1,5 Milliarden Euro) für potenzielle Entschädigungen wegen der Vertragsstornierung, die in den Abschreibungen noch nicht enthalten sind.

„Die aktuelle Marktsituation mit Herausforderungen in der Lieferkette, Projektverzögerungen und steigenden Zinssätzen hat uns zu dieser Entscheidung veranlasst“, erklärte Firmenchef Mads Nipper. „Wir werden nun prüfen, wie wir den Wert am besten erhalten können, während wir die Entwicklung der Projekte einstellen.“

Er sei allerdings „fest davon überzeugt, dass die USA Offshore-Windenergie benötigen, um ihr Ziel zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu erreichen. Wir bleiben dem US-Markt für erneuerbare Energien verpflichtet.“

Orsted ist nicht der einzige Konzern, den US-Offshore-Windprojekte teuer zu stehen kommen. Der Ölriese BP schrieb im dritten Quartal 540 Millionen Dollar für Windprojekte ab, nachdem der Bundesstaat New York einen Antrag auf bessere Konditionen abgelehnt hatte.

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Der Konzern hatte wegen der hohen Inflation darauf gedrängt. Das norwegische Unternehmen Equinor, BPs Partner bei diesen Offshore-Windprojekten, verbuchte eine Wertminderung in Höhe von 300 Millionen Dollar für die Projekte. Auch der weltgrößte Windturbinenbauer Vestas steht unter Druck und schreibt rote Zahlen.

Mit Reuters-Material

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