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Elektromobilität Lademöglichkeiten für E-Autos bleiben knapp

Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos kommt nicht wie geplant voran. Eine Million Ladepunkte bis 2030 sind daher aus Sicht der Grünen unrealistisch.
15.12.2020 - 03:52 Uhr 2 Kommentare
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt nur schleppend voran. Quelle: dpa
Ladesäule für Elektroauto

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt nur schleppend voran.

(Foto: dpa)

Berlin Den Grünen geht der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos nicht schnell genug voran. Einen Schuldigen haben sie bereits ausgemacht: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Der vor einem Jahr beschlossene Masterplan zum Ausbau der Ladeinfrastruktur habe von Anfang an einen Konstruktionsfehler gehabt, sagte Cem Özdemir (Grüne), Vorsitzender des Bundestagsverkehrsausschusses, dem Handelsblatt. „Dem Masterplan fehlt ein Master, also ein Bundesverkehrsminister, der sich voll und ganz hinter die Elektrifizierung des Verkehrs stellt.“

Scheuer erfülle diese Aufgabe nicht, sein Engagement sei allenfalls halbherzig, kritisierte Grünen-Politiker Özdemir. In Sachen Ladesäulenausbau räche sich, dass Teile der Koalition immer noch am Verbrennungsmotor festhielten. „Regierung und Industrie reden gern von Technologieoffenheit, aber bisher gelingt es noch nicht einmal, die Infrastruktur für eine einzige Technologie vernünftig aufzubauen“, sagte Özdemir.

Bewilligte Gelder würden nur selten schnell verbaut, der Aufbau von Ladesäulen stecke häufig in der Bürokratie fest. Es fehle an einheitlichen, transparenten Standards für das Laden von E-Autos. „Es ist unbegreiflich, warum die dafür so wichtige Ladesäulenverordnung im Wirtschaftsministerium feststeckt“, sagte Özdemir.

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    Özdemir sieht seine Kritik durch die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Grünen-Anfrage bestätigt. Nach Angaben des Ministeriums sind derzeit 35.602 öffentliche Ladepunkte in Betrieb, im November 2019 waren es demnach 22.000. „Mit diesem Tempo wird das Ziel, bis 2030 rund eine Million öffentliche Ladepunkte zu haben, weit verfehlt“, sagte Özdemir.

    Einen Teil der Verantwortung sehen die Grünen bei der Automobilwirtschaft. Die Autoindustrie habe 15.000 zusätzliche öffentliche Ladepunkte bis 2022 versprochen, gemeldet wurde nach Angaben des Ministeriums aber bislang keiner dieser zusätzlichen Ladepunkte. Die von der Branche in Aussicht gestellten Ladepunkte seien „offenbar selten zusätzlich oder öffentlich“, heißt es bei den Grünen.

    Nicht einmal beim Kraftfahrt-Bundesamt gibt es Ladestationen

    Defizite sehen die Grünen auch bei der Bundesregierung. Sie tue sich schwer beim Ausbau der Ladeinfrastruktur im Bereich der eigenen Liegenschaften. Das belegt die Antwort des Verkehrsministeriums. Demnach gibt es weder beim Kraftfahrt-Bundesamt noch bei der Bundesanstalt für Straßenwesen Stromtankstellen.  

    Kritisch sehen die Grünen auch, dass die geplante Ausschreibung für Schnellladestandorte nicht vorankommt. In der Antwort des Ministeriums heißt es dazu, die Ausschreibung werde derzeit erarbeitet. Zugleich räumt das Ministerium ein, dass derzeit allerdings noch eine Rechtsgrundlage für die Ausschreibung fehle.

    Grafik

    Der Ausbau der Ladeinfrastruktur gilt als Grundvoraussetzung dafür, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie viele öffentlich zugängliche Stromtankstellen erforderlich sind.

    So warnt etwa der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor überzogenem Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Erfolgsentscheidend sei, dass die Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren bedarfsgerecht und wirtschaftlich nachhaltig ausgebaut werde. Ein marktwirtschaftlicher, am Bedarf des Kunden und der Fahrzeuge ausgerichteter Ausbaupfad senke die Wahrscheinlichkeit von Fehlinvestitionen und schaffe so den sinnvollen Aufbau einer nachhaltig genutzten öffentlichen Ladeinfrastruktur.

    Von einem wirtschaftlichen Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur sei man aber im Moment deutlich entfernt, heißt es beim BDEW. Für eine wirtschaftliche Auslastung der existierenden Ladepunkte wären nach BDEW-Berechnungen rund 550.000 vollelektrische Fahrzeuge notwendig. Aktuell gebe es aber nur rund 268.000 rein batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland, rechnet der Verband vor.

    Der BDEW sieht im Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nur einen Teil der Lösung. Nur 20 Prozent der Ladevorgänge würden auf diesem Weg abgedeckt, 80 Prozent der Ladevorgänge fänden dagegen im privaten Bereich statt.

    Mehr: Elektromobilität gelingt nur miteinander – VW und Energiebranche suchen den Schulterschluss

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    2 Kommentare zu "Elektromobilität: Lademöglichkeiten für E-Autos bleiben knapp"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wieder einen Panik-Artikel frei von Fakten.
      Die Überschrift suggeriert dass es aktuell zu wenig Ladepunkte gibt und demnächst ebenfalls zu wenig.
      Das wird weder belegt noch auch nur berichtet. Herr Stratmann es offen war selbst auch kein E Autofahrer.
      Ich kann jedenfalls für Dresden sagen das es viel zu viel Ladestation gibt. Selten dass sich an einer Ladestation bin war auch nur ein einziger mit Laden da ist. Selbst beim Lidl, wo das Laden kostenlos ist habe ich noch nie nicht laden können. (In einem Fall war es von Verbrennern zugeparkt)
      dazu passt die Aussage dass ich aktuell, wegen des Überangebotes, Ladesäulen nicht betriebswirtschaftlich betreiben lassen. Das passt zu meiner Beobachtung. An den Ladesäulen kann man die Gesamtzahl der Kilowattstunden ablesen. Am Bahnhof Dresden-Klotzsche sind Ladesäulen die haben in einem Jahr zwischen 80 und 160 kWh (je nach Batteriegröße zwischen 2 und 4 Ladungen) abgegeben. Auch an den Autobahnen findet sich an nahezu jeder Abfahrt vom örtlichen Versorger ein Schnellladestation installiert. Dresden beispielsweise an den Abfahrten Dresden-Gorbitz, Dresden- Neustadt, Dresden-Wilder Mann und Dresden Flughafen (Aufzählung nicht vollständig, da ich nicht die anderen geprüft habe.)
      Von einem Engpass sind wir also noch weit entfernt. Richtig ist sicherlich, das aufgrund des starken Wachstums der Elektroautos schon in wenigen Jahren mit einem Engpass zu rechnen wäre, wenn bis dahin keine neuen gebaut werden würden. Bei Stromgestehungskosten von 0,04 € und Verkaufspreisen zwischen 0,28 und 0,38 € pro Kilowattstunde an der Ladesäulen kann ich mir nicht vorstellen dass der Markt dies nicht regeln wird.

    • als Zoe Fahrer kann ich nur bestätigen, die Ladeinfrastruktur kommt nicht voran. Noch reicht es, weil es kaum E-Autos gibt aber durch die vielen Hybrid Autos nimmt das Problem jetzt zu. Die Groko stand für mich immer für halbherzige Energiewende, egal welcher Sektor. Das muss sich ändern.

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