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Kommentar Wasserstoff ist keine Alternative für die Mobilitätswende

Nur mit Batterieautos lassen sich Klima- und Umweltziele wirtschaftlich sinnvoll erreichen. Wasserstoff-getriebene Fahrzeuge bieten nur eine Scheinlösung.
09.12.2020 - 04:00 Uhr 24 Kommentare
Technologieoffenheit bei alternativen Antrieben ist der falsche Ansatz. Vollelektrische Batterieautos sind der einzig sinnvolle Weg. Quelle: dpa
Ladestation in Hamburg

Technologieoffenheit bei alternativen Antrieben ist der falsche Ansatz. Vollelektrische Batterieautos sind der einzig sinnvolle Weg.

(Foto: dpa)

Alles, was neu ist, löst häufig Widerstand aus. Lieber am Bewährten und Bekannten festhalten, das verursacht weder Stress noch Ärger. Das gilt auch für die Dinge des Alltags, etwa das Autofahren. Benzin oder Diesel an der Tankstelle zu tanken, hat sich über Jahrzehnte durchgesetzt und gilt als einfach und unkompliziert. Da erscheint der Umgang mit einem Elektroautos schon deutlich schwieriger. Wer mit seinem neuen umweltfreundlichen E-Modell an einer gewöhnlichen Ladesäule steht und nicht an einer Schnellladestation, der kann gleich einmal das Doppelte an Zeit einplanen.

An eine völlige Rückkehr in das Benzin- oder Dieselzeitalter ist trotzdem nicht zu denken. Die Autos der Zukunft müssen deutlich umweltfreundlicher werden und vor allem weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten, darüber herrscht Einigkeit. Irgendwann in den nächsten 15 bis 20 Jahren wird das letzte Auto mit Verbrennungsmotor in Europa produziert, daran gibt es kaum noch Zweifel. Doch über den genauen Weg dorthin herrscht heute Uneinigkeit. Batterie oder Brennstoffzelle? Das wird zur entscheidenden Frage. Die Antwort sollte aus ökonomischen und klimapolitischen Gründen klar sein: Das Elektromobil hat die Nase deutlich vorn.

Wasserstoffträume

So mancher träumt davon, mit einem wasserstoffgetrieben Brennstoffzellenauto durch die Gegend zu fahren. Dass Laden entfällt, getankt wird fast so schnell wie mit einem Benziner oder Diesel. Einzelne Autohersteller forcieren die Brennstoffzelle. Als besonderer Befürworter gilt der japanische Toyota-Konzern, der in seiner Heimat schon die Wasserstoff-Gesellschaft propagiert.

In Europa sieht das anders aus. Der Volkswagen-Konzern schreitet bei der Elektromobilität voran. Die Premiumtochter Audi darf zwar ein wenig an der Brennstoffzelle arbeiten, und Porsche bereitet ein kleineres Programm für den Einsatz synthetischer Kraftstoffe vor. Doch im Kern geht es im Volkswagen-Konzern darum, die Verbrennerflotte im nächsten Jahrzehnt auf Batterieautos umzustellen.

Das Laden mag zwar im Moment mitunter noch etwas umständlich sein. Aber der technische Fortschritt wird auch auf diesem Feld wirken: Bessere Batterien versprechen auf absehbare Zeit größere Reichweiten und kürzere Ladezeiten. Gegen wasserstoff-getriebene Autos spricht zudem ein anderes Argument: Gerade einmal 80 Tankstellen stehen in Deutschland bereit, das ist alles andere als komfortabel.

Energieeffizienz und Wirkungsgrad sprechen für das Elektromobil

Es gibt allerdings noch ein viel gewichtigeres Argument für das batteriegetriebene Elektroauto. Energieeffizienz und Wirkungsgrad sind größer als bei allen anderen Antriebsarten, die vermeintlich so umweltfreundliche Brennstoffzelle eingeschlossen. Bei einem Batterieauto kommen etwa 70 Prozent der anfänglich eingesetzten Energie am Ende tatsächlich auf der Straße an. Bei der Brennstoffzelle hingegen geht der Wirkungsgrad in Richtung 20 Prozent.

In Deutschland ist während der vergangenen Monate häufig von der Technologieoffenheit beim Einsatz umweltgerechter Antriebsarten gesprochen worden. Batterieautos, Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe sollten gleichrangig behandelt werden. Doch dieser Ansatz ist ein völliger Irrweg. Denn nur die Batterieautos garantieren, dass am Ende ein vernünftiges Ergebnis für Klima und Umwelt herauskommt.

Der entscheidende Grund für den schlechten Wirkungsgrad etwa beim Wasserstoff: Dieser vermeintlich so saubere Energieträger muss mit großem Aufwand erst hergestellt werden, da es in der Natur keine frei verfügbaren Vorkommen gibt. Es ist stattdessen viel sinnvoller, den für die Wasserstoff-Produktion benötigten Strom auf direktem Weg in ein Auto zu leiten und in Bewegungsenergie umzusetzen – und das geht eben nur mit dem Batterieauto.

Der Aufbau paralleler Tank- und Ladenetze ist unsinnig

Gerade Volkswagen ist in den vergangenen Monaten Einseitigkeit vorgehalten worden, weil der Konzern zu sehr auf Elektromobilität setze und andere Antriebsarten ausgeblendet habe. Doch dieser Vorwurf ist völlig fehl am Platze. Das Batterieauto ist die richtige Antwort, um die Kohlendioxid-Belastung der Atmosphäre möglichst schnell zu reduzieren.

Zudem stößt auch ein reiches Land wie Deutschland an seine finanziellen Grenzen, wenn zeitgleich mehrere neue Tank- und Ladenetze parallel aufgebaut werden müssen. Bei der Ladeinfrastruktur ist Deutschland schon wesentlich weiter als beim Wasserstoff. Deshalb sollte der weitere Ausbau beim Laden ansetzen.

Das hat auch der Toyota-Konzern erkannt. Anfänglich hatten die Japaner überwiegend auf das Brennstoffzellenauto gesetzt. Doch dem Toyota-Management ist inzwischen bewusst geworden, dass das batteriegetriebene Auto im nächsten Jahrzehnt eine zentrale Bedeutung bekommen wird. Hierzulande sind Wasserstoff-Pkw für Toyota nur ein Nischenprodukt, mit dem die Japaner zeigen wollen, wozu sie technologisch in der Lage sind.

Wenn also ein bislang sehr stark auf den Wasserstoff-Antrieb ausgerichtetes Unternehmen wie Toyota verstärkt auf batteriegetriebene Fahrzeuge setzt, dann kann der europäische Weg so falsch nicht sein. Dem Batterieauto gehört jedenfalls die Zukunft.

Mehr: Mehr Elektroautos für Europa: „Green Deal“ zwingt Toyota zur Strategieanpassung.

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24 Kommentare zu "Kommentar: Wasserstoff ist keine Alternative für die Mobilitätswende"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Es gibt allerdings noch ein viel gewichtigeres Argument für das batteriegetriebene Elektroauto. Energieeffizienz und Wirkungsgrad sind größer als bei allen anderen Antriebsarten, die vermeintlich so umweltfreundliche Brennstoffzelle eingeschlossen." Wir müssen begreifen, dass es mehrere Technologien auf dem Markt der Elektromobilität geben muss,damit wir in dieser Zeit des Wandels vorankommen. Leider ka die Batteriezelltechnik mit Ladestationen wird nicht marktführend werden. Unser Stromnetz bräuchte allein eine Kapazität von 350 Gigawatt um nur 1. Mio. Fahrzeuge zu laden von den 54.Mio. Deutschen Fahrzeugen. Und das deutsche Stromnetz ist vollkommen überlastet mit nur 68 Gigawatt Stromstärke, wie sollte da jemals die Batteriezelltechnik sich etablieren. Eine wesentlich bessere Alternative bietet da Neutrino-Technologie. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Das wird Zukunft sein.

  • Der Meinung von Herrn Stefan Menzel, dem Batterieauto gehöre die Zukunft, kann ich nicht folgen. Alle sprechen von Ladeinfrastruktur, von Schnellladestationen und "Stromtankstellen". Niemand stellt aber die entscheidende Frage: Gibt es eigentlich genug elektrische Energie, um all die geplanten E-Mobile aufzuladen? Elektrische Energie kann nicht gespeichert werden! Deshalb muss die Krfaftwerksleistung stets dem Stromverbrauch entsprechen. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Nutzer von E-Mobilen ihr Kfz nachts aufladen wollen. Damit fällt zum Beispiel die Photovoltaik als Stromquelle aus und auch der Wind kann nachts sehr launenhaft sein. Gerade die letzten Wochen haben gezeigt: Die fossilen Kraftwerke sind das Rückrat
    unserer Stromversorgung! Sollen bis 2030 über 5 Millionen E-Mobile auf unseren Straßen fahren, können die Kohlekraftwerke nicht abgeschaltet, ansonsten ist die Versorgung mit elektrischer Energie nicht mehr gesichert. E-Mobile, die mit Kohlestrom aufgeladen werden, habezn aber eine schlechtere Umweltbilanz wie sparsame Diesel-Kfz.






















  • Handelsblatt ist eben auch regierungskonform. Gibt es noch sowas wie Journalismus in Deutschland. Honneckers Rache hat längst alle auf Vordermann gebracht. Sogar die Bild-Zeitung. Anders ist die permanente Verbreitung solcher schwachsinniger Thesen nicht zu erklären.

  • @Herr Norbert Wulff
    Was die Klimakrise betrifft, hat der Markt bisher gar nichts gerichtet, ganz im Gegenteil.
    Erst wenn die Politik national und global die richtigen Rahmenbedingen setzt und eine intakte Biospäre als knappe Resource angemessen bepreist (siehe z.B. CO2-Preis, CO2-Zertifikate), wird der Markt die richtigen Lösungen finden.

  • Ein sehr schlechter Kommentar.

    Elektroautos sind genauso aufwendig in der Herstellung wie Wassterstoff.

    Siehe den Ressourcenverbrauch von Akkus...

  • Ich stimme dem Beitrag überwiegend NICHT zu. Die ausschliessliche Fokussierung auf den Elektroantrieb ist falsch und kurzsichtig. Warum ? Weil mit dem elektrischen Antrieb nicht alle Autofahrer erreicht werden können. Wie will man denn die Autofahrer elektrifizieren, die in Innenstadtwohnungen leben ? Auch hier gilt wie überall, wenn es gut werden soll: überlassen wir die richtige Technologie einfach mal der Nachfrage am Automarkt. Dann erden sich Viele ein Elektroauto zulegen, weil es speziell für sie so paßt. Und viele werden sich ein Wasserstoffauto zulegen, weil deren Vorteile ggü. einem Batterieauto in deren Lebenssituation passen. Und hoffentlich wird es auch E- Fuels geben für Leute, die auch noch einen Verbrenner fahren möchten. Alle eint dann eines: der Wunsch, emissionsfrei zu fahren. Der Markt wird es richten, Herr Menzel, wenn man ihm ohne ideologische Scheuklappen die Chance dazu gibt.

  • Ich verstehe nicht, warum die Vertreter des Wasserstoffantriebs ständig den im Vergleich zum batterieelektrischen Antrieb erheblich schlechteren Wirkungsgrad ignorieren. Um die nötige Energiewende in Deutschland zu erreichen, werden wir mit weniger Stromverbrauch auskommen müssen. Um grünen Wasserstoff herzustellen, braucht es aber viel Strom. Wir können natürlich grünen Wasserstoff aus sonnenreichen Ländern importieren, aber wollen wir uns wirklich wieder so von Importen abhängig machen. Es gibt genug andere Bereich, in denen grüner Wasserstoff sinnvoller eingesetzt werden kann. Von den hohen Kosten für die Brennstoffzelle ganz zu schweigen.
    (...)

    Stromleitungen für die Ladesäulen lassen sich z.B. entlang der Autobahnen verlegen. Strom für die Wallbox zuhause oder am Arbeitsplatz lässt sich mit Solardächern erzeugen.
    Batterieelektrisch betriebene Autos lassen sich im Gegensatz zu Wasserstoffautos gut in Smartgrids einbinden. Die Politik muss aber endlich dafür sorgen, dass sich die Industrie bzw. Autohersteller auf einheitliche Anschlüsse und Bezahlsysteme bei Ladesäulen einigt.

    (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte verwenden Sie keine Videos oder Links anderer Seiten.

  • Wo ist der Autor angestellt,
    beim Handelsblatt oder bei Volkswagen?
    Als nächstes wünsche ich mir dann mal einen Aufsatz über die unglaubliche Umweltfreundlichkeit der Batterie und die faire und nachhaltige Gewinnung der benötigten Rohstoffe.
    Das der Volkswagenkonzern die Brennstoffzellenentwicklung verschlafen hat ,macht er nicht besser indem er das Elektroauto als alternativlos darstellt.

  • Selbst der große Verfechter der Energiewende Prof. H. Lesch hat schon darauf hingewiesen, dass wegen der Rohstoffe (Baerbock-Kobold ist einer davon) und nicht ausreichenden Kapazität unseres Stromnetzes die Batterie für die breite Masse denkbar ungeeignet ist. Das Problem liegt ganz wo anders: wir schaffen schon mal die Diesel- und Benzin-Fahrzeuge ab und können die Lücke nicht füllen, weil sowohl Batterie- als auch Wasserstoffautos von der massentauglichen Einsatzfähigkeit weit entfernt sind. Außer einem dauerhaften Corona-Lockdown gibt es auch kein greifbares Konzept, den Verkehr so weit zu reduzieren, dass man mit Batterie- oder/und Wasserstoffautos hinkäme.

  • @Hr. Sihn: Danke für Ihre Sicht. Ich sehe vor allem das Thema der Redispatch-Kosten als ein Wesentliches an, welche man dadurch reduzieren könnte bzw. den überschüssigen Strom sinnvoll nutzen kann.

    Die technische Infrastruktur zur Verteliung ist ja ebenfalls durch das Gasnetz vorhanden

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