Beiersdorf: Das verspricht die Anti-Aging-Creme des Nivea-Konzerns wirklich
Hamburg. Zu schön, um echt zu sein: Eine Werbekampagne des Kosmetikriesen L’Oréal versprach vor einigen Jahren ein „neues Hautwunder“. Neben dem Make-up-Fläschchen der Marke Lancôme lächelte Schauspielerin Julia Roberts. Doch da gab es einen Schönheitsfehler: Das Foto des makellosen Gesichts war stark retuschiert. Zu stark, urteilte die britische Werbeaufsicht – und verbot die Plakate.
Solche Beispiele gibt es bis heute immer wieder. Es zeigt, wie überzogen viele Versprechen der Kosmetikindustrie zur Wirkung ihrer Produkte sind: Mit hautverjüngenden Mitteln („Anti-Aging“) sind laut Studien 60 Prozent der Verbraucher unzufrieden. Gleichzeitig sind diese Produkte Bestseller und sorgen mit hohen Margen für Umsätze in Milliardenhöhe.
Es ist daher Misstrauen angesagt, wenn Vincent Warnery, Chef des Dax-Unternehmens Beiersdorf, nun eine „Revolution“ in der Kosmetik ankündigt. Seit September vertreibt der Nivea-Konzern ein neues Anti-Aging-Produkt mit dem Namen Epicelline. Für das mehr als 140 Jahre alte Unternehmen ist es wohl die wichtigste Produktinnovation seiner Geschichte – Nivea hin oder her.
Das neue Mittel der Marke Eucerin fußt auf dem Forschungsfeld der Epigenetik. Diese Wissenschaft erforscht, wie Umwelteinflüsse die Aktivität der menschlichen Gene verändern. Die Erkenntnisse werden etwa bei Stoffwechselkrankheiten oder in der Krebsforschung genutzt – und jetzt auch von Beiersdorf und anderen Kosmetikfirmen wie L’Oréal.
Beiersdorf verspricht, die Hautalterung nicht nur zu verlangsamen, sondern das biologische Alter gar zurückzudrehen, sodass Nutzer der Creme um bis zu fünf Jahre jünger aussehen. Wie sehr kann man diesem Versprechen glauben?
Das Handelsblatt durfte das exklusiv und im wahrsten Sinne des Wortes hautnah ausprobieren.