Beiersdorf: Neue Nivea-Strategie: Weniger Produkte, höhere Preise, mehr Marge
Beiersdorf erzielt mit Nivea den Großteil seines Umsatzes.
Foto: dpaDüsseldorf. Die blaue Dose mit dem weißen Nivea-Schriftzug ist eine der bekanntesten Marken Deutschlands. Auf diese will Hersteller Beiersdorf nun wieder stärker setzen und hat dafür zu Jahresbeginn eine eigene Position im Vorstand geschaffen: Grita Loebsack leitet als President Nivea die Kernmarke des Konzerns. „Nivea soll wieder mehr im Fokus unserer Strategie stehen“, sagte die Managerin dem Handelsblatt.
Loebsack kündigte an, sich künftig auf weniger, dafür margenstärkere und innovativere Produkte zu fokussieren. Über 500 verschiedene Artikel vertreibt Beiersdorf unter dem Namen Nivea aktuell. Gerade in den vergangenen Jahren wurde das Portfolio stark erweitert, für Verbraucher wird es unübersichtlich.
Mit Nivea-Produkten erzielt der Dax-Konzern den Großteil seines Umsatzes von zuletzt 7,6 Milliarden Euro. Nivea ist hierzulande in vielen Bereichen Marktführer. Das gilt insbesondere für Sonnencremes und Deodorants: Hier liegt der Marktanteil bei 32 bzw. 22 Prozent, zeigen Zahlen des Marktforschers Euromonitor International.
„In der aktuellen von der Energiekrise, Krieg und Inflation dominierten Zeit suchen Konsumenten Marken, die Sicherheit versprechen“, so der Nürnberger Markenexperte Christopher Spall. Der Inhaber der Beratung „Spall macht Marke“ sagt aber auch: „Nivea braucht eine Entschlackungskur.“ Sinnvoll seien wenige, aber klar positionierte Produkte, um sich nicht zu verzetteln.