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Campari kauft Grand Marnier684 Millionen Euro für Orangenlikör

Große Übernahme in der Welt der feinen Liköre: Campari kauft den Orangenlikör Grand Marnier aus Frankreich und will damit vom Cocktail-Boom profitieren. Dieser Schluck ist den Italienern 684 Millionen Euro wert. 15.03.2016 - 11:57 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der italienische Spirituosenkonzern Campari kauft den französischen Herstellern.

Foto: Grand Marnier

Paris/Mailand. Der italienische Spirituosenriese Campari schluckt den bekannten französischen Orangenlikör Grand Marnier. Der Getränkekonzern wird die Kontrolle über den Grand-Marnier-Produzenten Société des Produits Marnier Lapostolle (SPML) übernehmen, wie Campari am Dienstag mitteilte. Die Italiener bieten 8,05 Euro je Aktie in bar – damit werden die Franzosen auf 684 Millionen Euro taxiert.

Das 1860 in Norditalien gegründete Unternehmen Campari hatte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um sechs Prozent auf 1,66 Prozent gesteigert und hofft auf weiteres Wachstum 2016. Die Konzernführung hatte kürzlich weitere Akquisitionen angekündigt, nachdem die Getränkefirma bereits unter anderem Erfolgsmarken wie Aperol, Wild Turkey Bourbon und Skyy Vodka besitzt.

Unter den wertvollsten Spirituosenmarken der Welt sind deutsche Destillen fast gar nicht vertreten. Nur eine Marke schafft es überhaupt in die Top 50: Jägermeister. Der Kräuterlikör aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel hat es durch offensive Marketingkampagnen zu großer Bekanntheit gebracht. Von der Weltspitze ist die Marke allerdings noch weit entfernt. Zur Studie: Jährlich stellt die Markenbewertung Brand Finance die Studie „Brand Finance Drinks 50“ vor. Dazu berechnet sie anhand der Lizenzgebühren, die ein Unternehmen für die jeweilige Spirituosenmarke zahlen müsste, deren Markenwerkt. Ein zusätzliches Marken-Rating gibt, in Anlehnung an Kredit-Ratings, Auskunft über Stärken, Risiken und Potentiale einer Marke im Vergleich zu den Mitbewerbern.

Foto: obs

Das chinesische Unternehmen Yanghe aus Suqian ist mit Baijiu bekannt geworden. Der chinesische Schnaps wird aus Getreide, meist Hirse, hergestellt. Entfernt ähnelt er Wodka und Kornbrand.

Foto: Screenshot

Auch Wuliangye zählt zu den bekanntesten Baijiu-Produzenten der Welt. Die Kernmarke des Unternehmens aus Yibin wird aus Hirse, Mais, Klebreis, Langkornreis und Weizen gebrannt.

Foto: Screenshot

Eigentlich in Südschweden gebrannt, ist Absolut Vodka mittlerweile ein Getränk aus französischer Hand. 2008 verkaufte die schwedische Regierung den Mutterkonzern Vin & Sprit für rund 5,6 Milliarden Euro an das französische Unternehmen Pernod Ricard. Und Absolut ist nicht die einzige Marke, mit der es der Spirituosenriese aus Frankreich in die Top 10 schafft.

Foto: AFP

Mit seiner gleichnamigen Rum-Marke schafft es Bacardi Limited unter die zehn wertvollsten Spirituosenmarken. Doch andere Produkte des Unternehmens mit Sitz auf den Bermudas haben einen noch besseren Namen.

Foto: Bacardi Dtl.

International sind bei Whisky Scotch und Bourbon am bekanntesten. Der meistverkaufte Bourbon kommt aus der amerikanischen Kleinstadt Lynchburg, Tennessee: Jack Daniel’s. Die 1866 von Jasper Newton Daniel gegründete Destillerie verkauft rund 90 Millionen Liter Whiskey im Jahr.

Foto: Imago

Smirnoff ist der meistverkaufte Premium-Wodka der westlichen Welt. Das schlägt sich auch im Markenwert nieder, auch wenn Absolut Vodka stark aufholt. Inzwischen gehört die in Moskau gegründete Brennerei zum britischen Diageo-Konzern.

Foto: Reuters

Noch vor dem Bourbon liegt der Scotch: Die Marke Chivas Regal hat im vergangenen Jahr 23 Prozent an Wert gewonnen – so viel wie keine andere Marke in den Top Ten. Den Eigentümer Pernod Ricard wird es freuen.

Foto: PR

Während derzeit Whisky und vor allem Gin im Trend liegen, ist der Cognac in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund gerückt. Nicht aber bei den Verkaufszahlen: Von 2011 bis 2013 gab es Rekordjahre in Folge, im vergangenen Jahr gibt der Absatz leicht um 3,6 Prozent auf 155 Millionen Flaschen zurück. Marktführer Hennessy konnte seine Position festigen, der Marktwert liegt bei mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Foto: ap

In Deutschland kaum bekannt, in anderen Teilen der Welt ein echter Star an der Theke: Hirse-Branntwein von Moutai. Die chinesische Marke ist so beliebt, dass es im Spirituosen-Ranking für Rang 2 reicht. In Deutschland kostet die 0,5-Liter-Flasche etwa 130 Euro.

Foto: PR

Johnnie Walker ist der meistverkaufte Scotch Whisky der Welt. Die britische Diageo-Marke wird weltweit vertrieben und kann so global von der gestiegenen Nachfrage nach Premium-Spirituosen profitieren. Bereits mit dem Markenwert aus dem Jahr 2014 hätte Johnnie Walker die Spitze gegen Kweichow Moutai verteidigt, konnte aber nochmals um 13 Prozent zulegen.

Foto: Reuters

Mit dem bitteren Orangenlikör Grand Marnier will Campari nach eigenen Angaben eine „besondere Premium-Marke“ übernehmen und Profit aus der „Rückkehr klassischer Cocktails insbesondere in den USA“ schlagen. In Frankreich hatte Louis-Alexandre Marnier Lapostolle erstmals 1880 erlesenen Cognac mit der Bitterorange Citrus Bigardia gemischt. Der in der nordfranzösischen Normandie hergestellte Grand Marnier wird in zahlreichen Cocktails und auch in der Küche verwendet, etwa um Crêpes zu flambieren.

Im vergangenen Jahr machte SPML einen Umsatz von 152 Millionen Euro. Mehr als 90 Prozent der Produktion werden exportiert.

afp, dpa
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