Camping: Wohnmobil-Hersteller erleben einen Boom
Die Nachfrage nach Wohnmobilen hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt.
Foto: dpaDuisburg. Noch vor einem Jahr herrschte bei den deutschen Reisemobil- und Wohnwagenhändlern großer Pessimismus. Lieferschwierigkeiten, steigende Zinsen und eine hohe Inflationsrate würden den Verkauf bremsen, warnte etwa der schleswig-holsteinische Deutschland-Marktführer Hobby-Fendt Mitte 2022 in seinem Geschäftsbericht.
Auch das „Caravaning-Barometer“, eine vierteljährliche Befragung der Unternehmensberatung CM&P im Caravaning-Handel, sackte im Juni 2022 tief in den negativen Bereich. Doch die Skeptiker haben den Enthusiasmus deutscher Camper unterschätzt.
Im ersten Halbjahr 2023, also in der Hochsaison der Reisemobil-Verkäufe, sind die Neuzulassungen deutschlandweit um weitere 1,3 Prozent gestiegen: 41.500 Urlaubs-Vans wurden neu registriert – das zweitbeste Ergebnis, das jemals im ersten Halbjahr erzielt wurde. Im Juni lagen die Neuzulassungen sogar mit 4,8 Prozent im Plus.
Gleichzeitig konnte die Branche massive Preiserhöhungen durchsetzen. „Für Caravans müssen heute 15 bis 25 Prozent mehr bezahlt werden als vor einem Jahr“, berichtet Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer beim Caravaning Industrie Verband CIVD, „Reisemobile wurden sogar 20 bis 35 Prozent teurer“.