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Coronakrise Diese staatlichen Hilfen erhalten ausländische Airlines

Die Lufthansa braucht neun Milliarden Euro, um die Krise zu überstehen. Auch in anderen Ländern sind Fluggesellschaften auf Unterstützung angewiesen.
28.04.2020 - 18:39 Uhr Kommentieren
Wegen der Coronakrise hat die Airline den Flugbetrieb nahezu komplett eingestellt und benötigt nun finanzielle Unterstützung. Quelle: AP
In Frankfurt geparkte Lufthansa-Maschinen

Wegen der Coronakrise hat die Airline den Flugbetrieb nahezu komplett eingestellt und benötigt nun finanzielle Unterstützung.

(Foto: AP)

Frankfurt Die Summe klingt zunächst unglaublich. Satte neun Milliarden Euro braucht Lufthansa für die Überwindung der Coronakrise. Es dürfte aktuell der größte Hilferuf eines Unternehmens an die deutsche Regierung sein. Doch die Milliarden sind für eine Fluggesellschaft in der Größe von Lufthansa nicht ungewöhnlich.

Der Rivale Air France-KLM hat aktuell von Frankreich und den Niederlanden – beide Länder besitzen jeweils rund 14 Prozent an dem Unternehmen – Hilfen von bis zu elf Milliarden Euro bekommen. Dabei ist die Airline kleiner als Lufthansa.

Sie betrieb im vergangenen Jahr 554 Flugzeuge, bei Lufthansa waren es 763. Die Passagierzahl betrug bei Air France-KLM 104 Millionen, bei der „Hansa“ waren es 145 Millionen.

Viel Geld fließt auch in den USA. 50 Milliarden US-Dollar pumpt die dortige Regierung in die Branche. Die Hälfte davon, um die Löhne zu subventionieren. Die andere Hälfte als Coronahilfe.

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    Damit verbunden sind klare Vorgaben. So dürfen über einen gewissen Zeitraum keine Stellen abgebaut werden. Auch bekommt der Staat Optionen für Aktien der Airlines.

    Ob solche Hilfen am Ende reichen werden, ist schwer zu sagen. Erst in einigen Jahren werde der Luftverkehr wieder das Vorkrisenniveau erreichen, schätzen Branchenexperten. Ob in diesem Jahr überhaupt noch in relevantem Umfang geflogen werden kann, ist völlig offen. Angesichts dessen scheinen die neun Milliarden Euro, die Lufthansa wohl wünscht, fast noch zu wenig zu sein.

    Wie sehr die Pandemie der Branche zusetzt, zeigt sich gerade in Europa. So kündigte die skandinavische Fluggesellschaft SAS aktuell an, rund 5000 Stellen und damit die Hälfte des Personals abbauen zu wollen. Das Angebot müsse der Nachfrage angepasst werden, hieß es zur Begründung. An der Airline sind Norwegen und Schweden direkt beteiligt.

    Die Lungenkrankheit Covid-19 habe die Airline gezwungen, „sich einer neuen und beispiellosen Wirklichkeit zu stellen, die nicht nur in den kommenden Monaten, sondern auch in den kommenden Jahren nachhallen wird“, wird SAS-Chef Rickard Gustafson in einer Erklärung zitiert.

    Leasingfirmen sind skeptisch

    Im benachbarten Norwegen wiederum geht es bei Norwegian ums Ganze. Der Fluggesellschaft, die schon vor der Coronakrise in einer schweren Krise steckte, droht Mitte Mai die Zahlungsunfähigkeit, sollte das Rettungspaket bis dahin nicht stehen. Das ist kompliziert und durchaus umstritten.

    Zwar hat die Regierung Hilfen zugesagt. Damit diese aber nicht sofort abfließen, muss das Unternehmen erst entschuldet werden.

    Die einzige Möglichkeit: 1,2 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten sollen in Aktien umgewandelt werden. Die Schuldner würden also auf ihre Forderungen verzichten – und würden zu Anteilseignern. Das betrifft vor allem Leasingfirmen, die mit diesem Plan aber noch hadern.

    In einem Dilemma steckt auch die britische Virgin Atlantic des Unternehmers Richard Branson. Er hat die Regierung um Hilfe gebeten. Die will der Airline aber nur im Rahmen der normalen Programme zur Seite springen. Deshalb sucht Branson nun Investoren für Anteile an der Airline. Das berichtet jedenfalls die Zeitung „The Telegraph“.

    Konkret hatte Virgin Atlantic um Finanzhilfen im Volumen von 500 Millionen Pfund gebeten. Und ist damit wohl gescheitert. Gleichzeitig darf das Unternehmen auch nicht mit Unterstützung durch die US-Gesellschaft Delta rechnen, der 49 Prozent an Virgin Atlantic gehören. Denn Delta kämpft selbst mit den Folgen von Corona.

    Im ersten Quartal flog Delta einen Verlust ein – es war der erste Quartalsverlust in fünf Jahren. Delta hat selbst Finanzhilfen vom US-Staat bekommen. Das Volumen: 5,4 Milliarden Dollar. Nun Geld an eine Beteiligung weiterzugeben wäre wohl kaum möglich.

    Mehr: Lufthansa ringt um Rettungspaket – Airline prüft auch Insolvenz im Schutzschirmverfahren.

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