Familienunternehmen: „Wir werden vom Renovierungsstau profitieren“
Mettlach. Villeroy & Boch rechnet angesichts der milliardenschweren Investitionen von Union und SPD in die Infrastruktur mit einer Belebung der Baubranche. „Wünschenswert wäre, wenn durch das Sondervermögen die Konsumlaune wieder anzieht“, sagte Chefin Gabi Schupp im Interview mit dem Handelsblatt. „Die Menschen müssen sich wieder trauen können, ihr Geld auszugeben.“ Zusätzliches Geld helfe zwar, so Schupp, doch die Bauwirtschaft lahme vor allem wegen hoher Zinsen und bürokratischer Hürden.
Das Familienunternehmen ist wegen seiner Kaffeeservices bekannt. Doch 78 Prozent des Umsatzes erzielt Villeroy & Boch mit Badkeramik wie Toiletten, Waschbecken und Badewannen. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen den Konkurrenten Ideal Standard übernommen, der Armaturen sowie Sanitärtechnik produziert. Durch die Akquisition stieg der Gesamtumsatz um fast 58 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter hat sich auf 12.800 fast verdoppelt.
Die Akquisition war die größte in der Historie des 1748 gegründeten Unternehmens. Dadurch hat sich Villeroy & Boch globaler und breiter aufgestellt. „Wenn die Baubranche wieder anzieht, sind wir dafür so bereit wie nie zuvor“, sagt Schupp. „Aus dem deutschen Traditionsunternehmen wird ein internationaler Zukunftskonzern.“