Galeria: Der größte Verlierer der Insolvenz ist der Steuerzahler
Im Zuge des Insolvenzverfahrens müssen die Gläubiger des Warenhausunternehmens auf Forderungen in Milliardenhöhe verzichten.
Foto: dpaDüsseldorf, Essen. Letztlich blieb den Gläubigern von Galeria Karstadt Kaufhof keine Wahl: Sie mussten dem Insolvenzplan zustimmen. So erteilten die rund 80 erschienenen Vertreter in der Gläubigerversammlung in Essen am Montag die Genehmigung. Denn sonst wäre der Schaden für sie noch größer gewesen.
„Bei Planablehnung wird der Geschäftsbetrieb unmittelbar einzustellen sein“, heißt es unmissverständlich im Insolvenzplan. Und dann wäre für die meisten Gläubiger praktisch nichts übrig geblieben. So gibt es immerhin noch einen „Befriedungsbeitrag“ in Höhe von 50 Millionen Euro.
Für Gläubiger, die nicht vorrangig abgesichert sind, gibt es eine Insolvenzquote von gerade mal zwei bis 3,5 Prozent. Das heißt, auf den größten Teil der 1,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen müssen sie verzichten. Und einer der größten Geschädigten ist der deutsche Steuerzahler.
Galeria Karstadt Kaufhof: Fast eine Milliarde Euro an öffentlichem Geld
„Wenn man das Insolvenzgeld aus den zwei Insolvenzen und die Staatshilfe zusammenrechnet, hat Galeria fast eine Milliarde Euro an öffentlichen Geldern bekommen, und zwar mehr oder weniger unbesichert“, rechnet Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, vor. „Das ist doch ein Skandal, wenn man zugleich bedenkt, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht einmal mehr als eine Milliarde Euro Umsatz macht“, schimpft er.