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Getränkeindustrie Corona-Brauer AB Inbev erwartet Gewinneinbruch wegen des Coronavirus

Die Epidemie belastet die Brauerei. Ihre Marke Corona erfährt in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit – über die Folgen für den Absatz hält sich AB Inbev bedeckt.
27.02.2020 Update: 27.02.2020 - 14:34 Uhr Kommentieren
In den sozialen Medien wird die Marke verspottet. Quelle: AFP
Corona-Flaschen

In den sozialen Medien wird die Marke verspottet.

(Foto: AFP)

Der Coronavirus setzt Anheuser-Busch Inbev unter Druck: Die China-Geschäfte der weltgrößten Brauerei sind zuletzt deutlich zurückgegangen, weil viele Chinesen zuhause bleiben anstatt Bars und Restaurants zu besuchen.

So fiel der Umsatz von AB Inbev in der Volksrepublik im Januar und Februar 285 Millionen Dollar geringer aus als erwartet, die Folgen des Virus drückten das Ergebnis in diesem Zeitraum um 170 Millionen Dollar, wie der Konzern mit Sitz in Belgien an diesem Donnerstag mitteilte. Die Aktie fiel bis Mittag zwischenzeitlich um mehr als elf Prozent auf ein neues Tief.

Für das erste Quartal rechnet der Bierhersteller daher mit einem Gewinneinbruch. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten drei Monaten werde um rund zehn Prozent sinken, heißt es bei AB Inbev. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte AB Inbev operativ etwas mehr als fünf Milliarden Dollar verdient.

Das gesamte vergangene Jahr fiel für die Brauerei enttäuschend aus. „Unsere Performance im Jahr 2019 lag unter unseren Erwartungen und wir sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden“, teilte der Konzern mit.
Im Gesamtjahr stieg der Gewinn (Ebitda) zwar um 2,7 Prozent auf 21 Milliarden Dollar. Im Oktober gab AB Inbev aber bereits eine Gewinnwarnung heraus. Begründet wurde dies mit hohen Rohstoffkosten und einem starken Dollar.

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    Im vierten Quartal brach der Gewinn um satte 5,5 Prozent ein, Analysten hatten nur mit einem Rückgang von 1,9 Prozent gerechnet. Der Umsatz lag im Gesamtjahr bei 52,3 Milliarden Dollar nach 53 Milliarden im Vorjahr. Zum Vergleich: Der Umsatz von Heineken, der weltweiten Nummer zwei, stieg 2019 um 6,4 Prozent auf rund 28,5 Milliarden Euro. Der Gewinn legte um rund 13 Prozent zu. Auch Heineken, stark in China vertreten, erwartet negative Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus.

    AB Inbev braut bekannte Marken wie Beck's, Budweiser, Stella Artois – und Corona, deren Name dem Virus ähnelt, der wiederum auf AB Inbevs Ergebnis drückt. Ob diese Namensgleichheit zu einem Absatzrückgang geführt hat, dazu war bei dem Konzern nichts zu erfahren. Laut Marktforscher Euromonitor International ist der Preis für Corona-Produkte im Online-Einzelhandel in Mexiko seit dem 21. Januar um rund neun Prozent gesunken.

    Die mexikanische Marke Corona Extra ist in mehr als 180 Ländern erhältlich und gehört in vielen Staaten zu den führenden importierten Premium-Bieren. Laut Euromonitor ist der Absatzanteil der Marke Corona von 5,3 Prozent 2014 auf zuletzt 6,2 Prozent im Jahr 2019 gestiegen.

    Auch wenn AB Inbev über die Folgen für die Biermarke schweigt, erfährt sie zumindest in den sozialen Netzwerken derzeit große Aufmerksamkeit. Denn dort kursieren derzeit zum Teil makabre Witze über die Namensähnlichkeit. So filmte etwa Influencer Brad Holmes aus Southampton seine Freundin, wie sie mit Mundschutz und Handschuhen etliche Flaschen Corona-Bier im Ausguss entsorgt. Das Video wurde auf Facebook 85.000 Mal geteilt.

    „Das gefährliche Coronavirus ist in Europa angekommen. Habe mir vorsichtshalber Impfstoff besorgt“, schreibt ein anderer Nutzer im Netz. „Empfohlene Dosis ein bis zwei Ampullen.“ Darunter ein Bild mit Corona-Bierflaschen.

    Spiros Malandrakis, Experte für alkoholische Getränke bei Euromonitor International, warnt angesichts der Corona-Späße in sozialen Netzwerken: Kollabierendes Verbrauchervertrauen und zerstörte Lieferketten seien das wirkliche Übel von Corona. „Corona-Bier ist vielmehr als ‚Patient Zero‘ zu betrachten für eine Tragödie, die das Potenzial hat, die gesamte Alkoholbranche zu erfassen – ob der Name nun gleich klingt oder nicht“, sagte Malandrakis dem Handelsblatt.

    „Unsere Gedanken sind bei denen, die vom Coronavirus betroffen sind“, sagte ein Sprecher von AB Inbev kürzlich der „Stuttgarter Zeitung“. Deren Gesundheit und baldige Genesung habe „absolute Priorität.“

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    Braustätten zum Teil wieder angefahren

    Obwohl sich das Virus weiter ausbreitet, konnte die Brauerei zwar über die Hälfte ihrer 33 Braustätten in China wieder anfahren. Viele Mitarbeiter sitzen aber wegen gekappter Verkehrsverbindungen seit dem chinesischen Neujahrsfest in ihren Heimatprovinzen fest.
    Laut Konzernchef Carlos Brito hat die Brauerei rund eine Million Atemmasken an Mitarbeiter vor Ort verteilt. Der Konzern versucht nun, die Vertriebskanäle umzustellen: Anstatt in der Gastronomie will AB Inbev seine Produkte stärker in Onlineshops vertreiben.

    Mehr: Die Bundesregierung bereitet einen Konjunkturprogramm wegen der Coronavirus-Folgen vor.

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