„Goldener Windbeutel“: Milka Alpenmilchschokolade gewinnt Negativpreis
Düsseldorf. Die Verbraucherorganisation Foodwatch vergibt ihren Negativpreis „Goldener Windbeutel“ an die Alpenmilch Schokolade von Milka. Damit kürt sie das Produkt zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“. Dies geht aus einem Beitrag auf der Internetseite der Organisation hervor. Die Verbraucherorganisation vergab den Preis zum 14. Mal.
US-Konzern und Hersteller Mondelez habe den Packungsinhalt von 100 auf 90 Gramm verringert – und kurz zuvor den Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro angehoben. Dies entspricht einer Preiserhöhung von 48 Prozent, moniert die Organisation. Da die Verpackungsgröße unverändert blieb, fiel auch die Preisänderung zunächst nicht auf, heißt es von Foodwatch.
Chris Methmann, Geschäftsführer von foodwatch erklärte: „Mondelez täuscht die Menschen im Supermarkt – und kassiert kräftig ab. Shrinkflation ist legalisierte Verbrauchertäuschung, die Bundesregierung lässt die Leute damit allein.“ Bereits die Verbraucherzentrale Hamburg hatte die Schokolade bereits zur Mogelpackung des Monats Februar 2025 gekürt.
„Shrinkflation“ besteht aus den englischen Begriffen „shrink“ (schrumpfen) und „Inflation“ und beschreibt, dass die Verpackungsgröße eines Produkts schrumpft – obwohl der Preis gleich bleibt oder steigt. Die versteckten Preiserhöhungen sollen verhindern, dass der Verkaufspreis, der für die meisten Verbraucher kaufentscheidend ist, noch weiter steigt.
Insgesamt gingen 58.159 Stimmen im Wahlzeitraum seit Anfang Juli für die Erhebung von Foodwatch ein. Die Milka-Tafel erhielt dabei 34 Prozent davon. Neben der Schokoladentafel waren vier weitere Produkte für den Negativpreis nominiert:
- Der Norwegische Räucherlachs von Fish Tales,
- der Schokoladenriegel MenstruChocobar von InnoNature,
- die Margarine Rama von Flora Good,
- der Eistee DirtTea von DirTea.
Schokoladenpreis könnte weiter steigen
Laut Foodwatch rechtfertige sich Hersteller Mondelez damit, dass das neue Gewicht auf der Tafel selbst und der Milka-Website angegeben werde. Außerdem seien die Kakaopreise und die Kosten in der gesamten Lieferkette massiv gestiegen. Allerdings habe der Konzern laut Foodwatch „niedrigere Herstellungskosten“. Der Unternehmensgewinn stieg seit 2021 um 25 Prozent, zeigt der Bericht.
Laut Statistischem Bundesamt stieg der Schokoladenpreis zwischen Anfang 2024 und Januar 2025 um acht Prozent – Mondelez habe den Preis allerdings um bis zu 64 Prozent erhöht, errechnet Foodwatch.
Über Preiserhöhungen bei Schokolade berichtete das Handelsblatt bereits im Frühjahr – und warum die Preise weiter steigen dürften. Lesen Sie die Analyse hier.