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HandelDeutscher Großhandel rechnet 2026 mit Mini-Wachstum

Bei mehr als der Hälfte der deutschen Großhändler sei der Umsatz im Jahr 2025 zurückgegangen, betont der BGA. Auch der Ausblick auf das kommende Jahr bleibt pessimistisch. 13.01.2026 - 10:41 Uhr Artikel anhören
Großhandel: Nur leichtes Plus erwartet. Foto: dpa

Berlin. Die deutschen Großhändler rechnen nach der Stagnation im vergangenen Jahr mit einem Mini-Wachstum für 2026. Der Umsatz soll um 0,7 Prozent zulegen, sagte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) am Dienstag voraus. Die Stimmung im Großhandel ist derzeit schlecht. Der per Umfrage ermittelte Indikator für das Geschäftsklima liegt aktuell bei 70,6 Punkten. Werte unter 100 stehen für eine negative Entwicklung.

„Über die Hälfte der Unternehmen unserer Wirtschaftsstufe hat im vergangenen Jahr Umsatz- und Ertragsrückgänge verzeichnet“, sagte BGA-Präsident Dirk Jandura. Mehr als ein Drittel rechne mit weiteren Rückgängen bei den Erträgen.

„Die wirtschaftliche Lage des deutschen Großhandels ist dramatisch“, erläuterte der Verbandschef. „Ändern sich nicht endlich die politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand, müssen wir mit noch mehr Insolvenzen und noch mehr Arbeitsplatzverlust rechnen.“ Seit 2023 haben den Angaben zufolge bereits mehr als 2000 Großhandelsunternehmen aufgegeben.

„Ohne Hoffnung auf Wachstum und Stabilisierung bleiben zwangsläufig auch Investitionen aus“, warnte Jandura. Zwei Drittel der befragten Unternehmen hätten im vergangenen Jahr ausschließlich Ersatzinvestitionen getätigt oder rationalisiert. „Niemand baut neu, wenn unklar ist, ob das Fundament hält“, sagte der BGA-Präsident. „Die Gründe dafür sind eindeutig: Es fehlt das Vertrauen in den Aufschwung.“

Die Unzufriedenheit der Unternehmen mit der Politik sei groß. „In Schulnoten ausgedrückt erhält die Bundesregierung im Durchschnitt eine 4 minus“, sagte Jandura. „Das bedeutet: Die Versetzung ist stark gefährdet.“

Entlastungen bei Steuern und Sozialbeiträgen gefordert

75 Prozent der Unternehmen empfänden die bürokratischen Belastungen als überfordernd – zeitlich wie finanziell. Mehr als zwei Drittel fordern Entlastung bei den Arbeitskosten. „Jedes Prozent mehr bei Krankenversicherung und Rentenversicherung kostet sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer bares Geld“, sagte Jandura. Er fordert etwa die sofortige Abschaffung des Solidaritätszuschlags.

Für 44 Prozent der Unternehmen seien zudem die Energiekosten bereits zu hoch, weitere 40 Prozent würden sich hier an der Belastungsgrenze sehen.

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Mittelstand

Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Kunden. Der stark mittelständisch geprägte deutsche Groß- und Außenhandel erzielt einen Umsatz von rund 1,7 Billionen Euro und hat 1,9 Millionen Arbeitsplätze. „Er ist eine der tragenden Säulen unserer Volkswirtschaft“, sagte Jandura.

dpa
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