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Infektionsgefahr Wie sicher ist die Luft im Flugzeug wirklich?

Die Luft in einer Flugzeugkabine wird regelmäßig ausgetauscht, betonen die Airlines. Doch Passagiere berichten, dass dies nicht immer funktioniert.
21.07.2020 - 04:09 Uhr Kommentieren
Aussagen von Flugzeugherstellern und Airlines zur Folge wird die gesamte Kabinenluft etwa alle zwei bis drei Minuten einmal ausgetauscht. Quelle: Reuters
Desinfektion bei Japan Airlines

Aussagen von Flugzeugherstellern und Airlines zur Folge wird die gesamte Kabinenluft etwa alle zwei bis drei Minuten einmal ausgetauscht.

(Foto: Reuters)

Frankfurt So sauber wie in einem Operationssaal soll die Luft in einem Flugzeug sein. Das betonen Luftfahrtvertreter immer wieder. Doch trifft das tatsächlich zu? Oder ist das zum Teil zugespitztes Marketing, um die Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie wieder stärker in die Jets zu bekommen?

Fakt ist: Die Luft in einer Flugzeugkabine wird regelmäßig ausgetauscht. Und sie wird gefiltert. Dabei kommen sogenannte Hepa-Filter zum Einsatz. Diese „High Efficiency Particulate Air Filter“ sind tatsächlich auch in den Belüftungssystemen eines Operationssaals verbaut.

In Flugzeugen funktioniert die Belüftung so: Die frische Luft strömt oben aus den Düsen, die über den Köpfen der Passagiere eingebaut sind. Im Fußraum wird die verbrauchte Luft dann abgesaugt. Dadurch entsteht an jedem Sitz eine Art vertikaler Luftstrom.

Die Frischluft wiederum besteht zur Hälfte aus der verbrauchten Luft, die aufgearbeitet wird. Dabei kommen besagte Hepa-Filter zum Einsatz. Die lassen nur Partikel in einer gewissen Größe durch. Viren, darunter auch das neuartige Coronavirus, werden so aufgefangen, einige Bakterien dagegen nicht. Die anderen 50 Prozent der Frischluft kommt von außen, über die Triebwerke, wo diese verdichtet wird.

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    Aussagen von Flugzeugherstellern und Airlines zur Folge wird so die gesamte Kabinenluft etwa alle zwei bis drei Minuten einmal ausgetauscht. Das soll vor einer Ansteckung schützen, vorausgesetzt, die Passagiere halten sich an andere Schutzmaßnahmen wie etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf die grundsätzlich gute Filterung der Luft in Flugzeugen. Die Ansteckungsgefahr wird von den Experten mit etwa eins zu 1000 angegeben.

    Verwirrung um Stellung der Düsen

    Doch die Filterung und Erneuerung der Luft hängt von einigen Faktoren ab. Die wichtigste Voraussetzung: Die Frischluftdüsen müssen alle geöffnet sein. Sind einige geschlossen, kann es unter Umständen deutlich länger dauern, bis die komplette Kabinenluft durch frische ersetzt wird. Vor allem aber ist der vertikale Luftstrom beim Sitz gestört. Die möglicherweise durch Viren belasteten Aerosole können sich dann leichter nach links und rechts verteilen – also zu den Sitznachbarn.

    Passagiere, die mittlerweile wieder ins Flugzeug gestiegen sind, haben dem Handelsblatt mehrfach berichtet, dass diese Düsen häufig geschlossen sind, wenn sie das Flugzeug besteigen. Möglicherweise wurden sie beim Flug vorher vom Fluggast verschlossen, weil die entstehende Zugluft durchaus unangenehm sein kann. Vielleicht haben einige Fluggäste aber auch den Rat von einzelnen Experten befolgt, die Düse zu schließen, um die Luftverwirbelung möglichst gering zu halten.

    Allein die Verwirrung um die richtige Stellung einer kleinen Düse zeigt, wie groß die Unsicherheit beim Fliegen ist. Auch wenn das Robert Koch-Institut die gute Luftfilterung in den Jets betont, die Experten machen keine verbindlichen Aussagen darüber, dass man sich im Flugzeug nicht doch anstecken kann. Dazu lägen noch zu wenig Daten vor, heißt es beim RKI.

    Die Fluggesellschaften bemühen sich nach Kräften darum, das Infektionsrisiko an Bord möglichst gering zu halten. Auch die Flughäfen unternehmen viel, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ganz ausgeschlossen ist es aber nicht, dass man sich auf einem Flug ansteckt. Nicht ohne Grund empfiehlt die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) eigentlich den Einsatz von medizinischen Gesichtsmasken, die stärker und vor allem dauerhafter filtern.

    Tatsächlich hat es auch schon Fälle von Infektionen an Bord gegeben. So wurden auf einem Flug von Hongkong nach Peking angeblich 20 Mitreisende angesteckt. Und nach einem Flug von Singapur nach Hangzhou in China wurden zwölf Menschen infiziert. Ob es auf diesen Flügen bestimmte Bedingungen gab, die die Ausbreitung des Virus begünstigt haben, ist nicht bekannt.

    Mehr: Sorge um den fragilen Neustart am Himmel

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